UN-i.org – eine Open Data Geschichte
Wer schon mal ein ganz bestimmtes Thema über die UN Webseiten recherchiert hat, wird sich erinnern wie mühsam und langwierig das sein kann. Die Macher von UN-informed.org und UN-i.org hatten offenbar jede Mange Frusterlebnisse damit, Informationen über UN-Resolutionen oder Konventionen bei der UN zu recherchieren. Denn obwohl die Mehrheit der Dokumente, Protokolle, Erklärungen und Umsetzungsrichtlinien öffentlich zugänglich ist, ist die Suche bislang unendlich aufwändig. Die Recherche kostet UN-Stakeholder wie NGOs, Wissenschaftler, Journalisten, Politiker und auch Privatpersonen sehr viel Zeit.
Um dieses internationale Recherche-Drama zu beenden, hat sich – angetrieben durch eine Gruppe deutscher Studenten – die Initiative Making Commitments Matter gebildet. Sie hatte die Idee, eine Online-Datenbank mit zentralisierten, verlässlichen und neutralen Informationen aufzubauen. Diese Datenbank sollte die für eine nationale Umsetzung der UN-Abkommen relevanten Informationen auf kompakte und gleichzeitig verständliche Art und Weise bündeln, so dass der notwendige Rechercheaufwand auf ein Minimum reduziert wird. Die Datenbank UN-informed.org ist im Mai 2010 als Beta Version gestartet. Ergänzend dazu gibt es zur Recherche von Resolutionen inzwischen auch den praktischen Resolutionfinder.
Nachdem die Datenbank online ist, hat die Initiative nun den nächsten Schritt in Richtung zeitgemäße Information und Kommunikation angestoßen. Die zahlreichen internationalen Stakeholder sollen in den Aufbau einer ergänzenden Wissensplattform UN-i.org eingebunden werden. Neben offiziellen UN-Dokumenten sollen Stakeholder Mehrwerte schaffen, indem sie ergänzende und weiterführende Informationen mit anderen teilen, wie z. B.
- Forschungsergebnisse zu relevanten Themen
- Informationen über Praktiken im Gesetzgebungsprozess der Parlamentarier und Ministerialbeamten
- Erfahrungen von Akteuren der Zivilgesellschaft, wie sie internationale Abkommen in ihrer Interessenvertretung auf nationaler Ebene nutzen
- Best-Practice-Beispiele und Umsetzungserfahrungen
Um Aufbau und Entwicklung von UN-i.org voranzutreiben und das weitere Vorgehen in dem internationalen Projekt zu diskutieren haben sich die Macher im Mai in Genf zu einer großen Konferenz getroffen. Die von der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen organisierte Konferenz stand unter dem Motto “UN-Connecting the World. Online Tools for a better-informed World Society” statt. Im Fokus stand die Frage, wie man Online-Tools einsetzen kann, um einen zeitgemäßen und effizienten Informationsaustausch innerhalb der UN und auch nach außen mit anderen zu gewährleisten. Es sollte nach alternativen Kommunikationstools gesucht und dabei Best Practices identifiziert werden. Ein erster Ergebnisüberblick ist gerade erschienen. Eine ausführliche Konferenzdokumentation inkl. Videos soll in der nächsten Woche veröffentlicht werden.
Jeder kann helfen: Un-i.org lebt und wächst wie alle zivilgesellschaftlichen Engagements durch seine zahlreichen Unterstützer. Ihr könnt z. B. per Facebook mit Un-i.org in Kontakt treten.














[...] aktuellen studiumsbedingten Erfahrungen kann ich diesem Artikel auf Gov 2.0 nur zustimmen: Wer bei der UN nach Informationen sucht, ist quasi verloren. Zwar werden prinzipiell [...]