Themenvorschläge für das Gov20Camp 2009
Um die Themenvorschläge für die Sessions anzuregen haben wir 3 große Schwerpunktbereiche in den Fokus gestellt: Transparenz, Partizipation und Kollaboration. Nachfolgend finden sich allerste Überlegungen, die bei der Ideenfindung für Sessionvorschläge vielleicht hilfreich sind…
1. Transparenz
- Was bedeutet Transparenz für die öffentliche Verwaltung in Deutschland? Wie definieren wir sie?
- Welche Erfahrungen konnten mit dem Informationsfreiheitsgesetz gesammelt werden? (http://de.wikipedia.org/wiki/Informationsfreiheitsgesetz)
- Welche Auswirkungen von Transparenz auf die Verwaltung (intern), die Politik, die Verwaltungs-politikbeziehung aber auch die Bürger-Politik bzw. Bürger-Verwaltungsbeziehung sind zu erwarten oder bereits zu erkennen?
- Wie können wir den Grad der Transparenz festellen? (d.h. Gibt es eine Übersicht über alle produzierten und verfügbaren Daten in der dt. Verwaltung)
- Wo sind die Grenzen der Transparenz? (Stichwort: “Twittergate” Bundespräsidentenwahl)
- Veröffentlichung oder Verfügbarmachung von Daten in öffentlicher Hand – Rohdaten oder aufbereitet, auch in Verbindung mit Geodaten, z. B. www.data.gov (Rohdaten), www.recovery.gov, www.opencongress.org (aufbereitete Daten)
- Nutzung von Social Media, um breite Bevölkerungsschichten zu erreichen – z. B. durch YouTube Videos und Channels, Twitter oder Blogs, z. B. www.cdc.gov, www.whitehouse.gov
2. Kollaboration
- Welches sind die zentralen Merkmale der deutschen Verwaltungskultur und wie sind diese mit dem Gov 2.0 Tools und der Philosophie kompatibel?
- Partizipation von Mitarbeitern über Hierarchiegrenzen hinweg
- Ausbildung & Weiterbildung der Verwaltungsmitarbeiter aller Laufbahngruppen
- Verwaltungs-Wikis, Referenzen z. B. Intellipedia
- Nutzung von sonstigen Social Media für die Kommunikation und Kooperation behördenintern und behördenübergreifend, von Blogs bis Twitter
3. Partizipation
Grundlegend. Es muss in mindestens zwei Arten der Bürgerbeteiligung unterschieden werden:
- Bürger <> Verwaltung
- Bürger <> Politik / Parteien
Weiterhin muss vor der Diskussion auch deutlich gemacht werden wie und wo der Bürger beteiligt wird (z. B. kann die Einbindung des Bürgers bei einer öffentlichen Dienstleistung bereits als Partizipation im Sinne von “Co-Production” verstanden werden). Als weitere Hilfestellung sei auf den Democracy Cube von Fung (2006) verwiesen: http://www.archonfung.net/papers/FungVarietiesPAR.pdf
- “crowdsourcing” – Ideen generieren durch Bürgerbeteiligung, z. B. www.showusabetterway.com, www.anationaldialogue.gov, Peer-to-Patent Initiative in den USA
- Entscheidungen/ Priorisierung über Bürgerbeteiligung, z. B. Budgetkürzung in Los Angeles, Konjunkturinvestitionen im Staat Virginia, Haushalt Stadt Köln, Raumplanung im Land Hamburg
- Meinungsbildung, z. B. E-Petition in Deutschland
Konkrete Themen können sein:
- Gov2.0 im Praxistest: Erfahrungen aus dem In- und Ausland – Lessons learned, von Obama’s recovery.gov über change.gov bis hin zu showusabetterway.com
- Transparenz in der Verwaltung: Fluch oder Segen? – wie kann man eine Veränderung des Selbstverständnisses in der Verwaltung erreichen? Was verhindert heute eine höhere Bereitschaft zur Offenheit?
- Online Wahlkampf in Deutschland: alle kopieren die Strategie von Obama (oder versuchen es zumindest) – gibt es aber auch Ansätze, von seiner Online Regierungsarbeit zu lernen? Welche Parteien haben eDemocracy in ihren Wahlkampfprogrammen und in welcher Form?
- Wie lassen sich Transparenz und online Bürgerbeteiligung am besten herstellen auf der Ebene einer Kommune (große versus kleine), eines Bundeslandes oder der Bundesregierung sowie den Behörden auf der jeweiligen Ebene? – Was ist ähnlich und was ist anders?
- Open Data auch in Deutschland? Frei verfügbare Daten der öffentlichen Hand bilden die Grundlage für viele aktuelle Gov2.0-Angebote im Ausland (z. B. govtrack.us, data.gov).
- Wie sieht die Situation in Deutschland aus? Welche Daten sollten frei verfügbar sein? Wie können mehr Daten frei verfügbar werden? Wie sichert man Datenschutz?
Aber auch Praktisches in der Umsetzung, z.B.:
- welcher Personalbedarf fällt durch Aufgaben im Zusammenhang mit mehr Transparenz über Verwaltungshandeln und mehr Bürgerbeteiligung an und wie kann man diesen Bedarf decken?
- welche Technologien haben sich bewährt, was muss man bei Einführungen beachten?
- wie kann man sinnvolle Inhalte aus Massenfeedback von BürgerInnen herausfiltern?
- wie kann man die Teilhabe möglichst vieler ermöglichen und Barrieren für den Zugang (digitale Spaltung) verringern?
- Organisation: welche Rollen mit welchen Aufgaben sind bei einem ernsthaften Anspruch an Transparenz, Kollaboration und online Bürgerbeteiligung erforderlich?
- Worin unterscheiden sich Prozesse und Technologien für die Schwerpunkte “Transparenz von Verwaltungshandeln”, “Kollaboration mittels Social Media” und “online Bürgerbeteiligung” ?
- Wie sollten sich Verwaltungsmitarbeiter im Umgang mit sozialen Medien verhalten? Wie könnten entsprechende Verhaltensregeln aussehen (z.B. Social Media Principles NZ)?













