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Nationaler Aktionsplan Open Data: Bericht vom Meilenstein-Workshop

1. Februar 2015 – 13:31 | Kein Kommentar | 12.365 Aufrufe

Die Bundesregierung hat im Juni 2013 die Open Data Charta der G8 unterzeichnet und sich damit zu konkreten Handlungsschritten verpflichtet. Mit einiger Verspätung wurde nun ein Aktionsplan Open Data unter Federführung des BMI entworfen, der diese …

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Session: Offene Staatskunst für einen neuen öffentlichen Sektor


Open Government bezeichnet eine neue Logik der Gemeingüter-Produktion in einer Welt in der die Organisation von Wertschöpfungsketten auf offenen digitalen Plattformen stattfinden. Offene Staatskunst bezeichnet die strategische Perspektive auf Open Government: regierungs- und verwaltungshandeln das transparent, partizipativ und kollaborativ ist. Social Media sind die Platform auf der diese neue Form von Verwaltungshandeln stattfindet.

Wir sind heute mit Webtechnologien konfrontiert (Datenbankaustauschformate, Publikations- und Kollaborationsplattformen), die uns ermöglichen, bei radikal gefallenen Transaktionskosten gemeinsam ohne einen aufwändigen Organisations-Overhead aktiv zu werden.  Das heisst Open Government bezeichnet eine organisationstheoretische Revolution, ähnlich wie der Entwicklung des Nationalstaats im 16. oder der Professionalisierung der Bürokratie im 19. Jahrhundert.

Für Politik und Verwaltung gibt es nun zwei Möglichkeiten: diese neuen Formen der Ko-Produktion in die eigenen Wertschöpfungsketten einzubauen oder sich gegen potenzielle Wettbewerber zu behaupten. D.h. Open Government erfordert eine neue Staatskunst. Der Schlagabtausch hat gerade erst begonnen, wird aber alle Bereiche von Staatlichkeit betreffen. Die Veröffentlichung von 75.000 Dokumenten aus dem Afghanistan-Krieg auf Wikileaks wird die staatlichen Institutionen des Mandatory Disclosure Review und den Freedom of Information Act ändern, genauso wie die Strategie und Taktik im Pentagon. Das scannen aller 129 Millionen Bücher der Menschheit durch Google wird die Rolle von Nationalbibliotheken verändern. Mitfahrzentralen haben sich inzwischen zu den stärksten Konkurrenten (oder Partnern) von öffentlichen Personenverkehrssystemen entwickelt. Ushahidi ist inzwischen zu den ersten Krisen-Response -Tools weltweit avanciert.

Diese neue Logik von gemeinschaftlichem Handeln ist uns noch etwas fremd, deshalb bedarf das Thema unserer geballten Aufmerksamkeit. Wir können es uns nicht leisten es zu ignorieren, nur weil die Begrifflichkeit verwirrend wirkt.

Offenen Staatskunst ist der strategische Managementansatz für Politik und Verwaltung in einer veränderten Kommunikationswelt. In einer Welt, in der Arbeitsschritte digital stattfinden, müssen alle Prozess neu überdacht werden. Mit dem Internet und Technologien, die heute unter dem Begriff Web 2.0 zusammengefasst werden, können existierende Abläufe so umstrukturiert werden, dass lokales Wissen, Amateure, externe Experten und Stakeholder in die Wertschöpfung integriert sind. Dies steigert die Legitimität und Effektivität der Prozesse. Theoretisch ist das einfach, es geht um Schnittstellen, Community-Management und Performance-Management:

  1. Welche Schnittstellenin der Wertschöpfungskette kann ich schaffen, um die Effektivität und Legitimität meiner Prozesse zu erhöhen, indem ich lokales Wissen, Amateure, Experten und Stakeholder integriere?
  2. Wie setze ich dies auf der strategischen, der operativen und der technischen Ebene um?
  3. Wie manage ich die Communities, die meine Prozesse koproduzieren?
  4. Wie evaluiere ich Open Government Prozessketten (Standardkosten-Modell,  Return on Investment Analysen, Network Value Analysis)?

Praktisch ist es schwierig. Denn es erfordert radikales Umdenken. Aber es lohnt sich. Und sollte auf jeden Fall auf dem Barcamp diskutiert werden!

Eingereicht von auf 6. September 2010Kein Kommentar | 1.100 Aufrufe

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