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Nationaler Aktionsplan Open Data: Bericht vom Meilenstein-Workshop

1. Februar 2015 – 13:31 | Kein Kommentar | 12.259 Aufrufe

Die Bundesregierung hat im Juni 2013 die Open Data Charta der G8 unterzeichnet und sich damit zu konkreten Handlungsschritten verpflichtet. Mit einiger Verspätung wurde nun ein Aktionsplan Open Data unter Federführung des BMI entworfen, der diese …

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Public Data Corporation: Anwalt offener Verwaltungsdaten oder Verwertungseinrichtung?


Public Data Corporation: Anwalt offener Verwaltungsdaten oder Verwertungseinrichtung?

Im Januar machte die britische Regierung eine interessante Ankündigung. Um Verwaltungsdaten leichter in offene Daten umwandeln zu können und Innovation zu stärken soll dieses Jahr ein Unternehmen gegründet werden, die Public Data Corporation.

Die noch recht wagen Ziele dieser Initiative sind laut der Regierung:

  • Verwaltungsdatensätze und öffentliche Einrichtungen in einer Stelle/Organisation zusammenzubringen
  • Einheitliche Regeln zu Sammlung, Pflege, Produktion und  Verrechnung zu entwickeln
  • Echte Wertschöpfung für die Steuerzahler zu bewirken
  • Den Zugang zu Verwaltungsdaten zu vereinfachen
  • Effizienz der Erbringung von Verwaltungsleistungen zu erhöhen, speziell der Bereitstellung von Verwaltungsdaten
  • Dauerhafte Möglichkeiten für Entwickler, Unternehmen und die Öffentlichkeit zu schaffen, mit Verwaltungsdaten soziales und wirtschaftliches Wachstum zu bewirken

Wie diese Organisation genau aussehen soll ist der britischen Regierung nach eigener Aussage noch nicht klar, so werden Überlegungen zur Form der Organisation und ihrem Umfang (Anzahl der involvierten öffentlichen Einrichtungen und Datensätze) angestellt.

Verschiedene Vertreter der Open Data-Bewegung auf der Insel haben  Sorgen geäußert, über die Pläne der Regierung. Geht es hierbei darum Open Data dauerhaft und großflächiger als bisher zu etablieren oder gewinnen direkte finanzielle Interessen der Datenhalter und potenter Wirtschaftsunternehmen mehr Einfluss?

Tom Steinberg von der britischen NGO mySociety, der sich schon seit langem für offene Verwaltungsdaten einsetzt, fordert die Befürworter wirklich offener Daten auf, sich aktiv in den bevorstehenden Diskussionsprozess der Regierung einzubringen. Er sieht eine gute Chance, aus der geplanten Public Data Corporation ein Vehikel für die Fortentwicklung technischer und rechtlicher Rahmenbedingungen von Open Data zu machen.

Entsprechend wurde von der Open Rights Group ein Wiki zur Sammlung eigener Vorstellungen über eine solche Organisation eröffnet. Aber auch die Regierung hat einen öffentlichen Konsultationsprozess gestartet.

Hier stoßen, vermutlich so sichtbar wie nie zuvor, die unterschiedlichen Strömungen rund um offene Daten aufeinander. Unter diesem Sammelbegriff rangieren Vertreter von mehr Transparenz und staatlicher Öffnung über Wirtschaftsförderung durch Daten bis hin zu  wirtschaftsliberalen Vorstellungen eines möglichst kleinen öffentlichen Sektors, der nur Rohdaten bereitstellt und Aufbereitung, Interpretation und Wertschöpfung anderen überlässt.

Die technische, besonders aber organisatorische und rechtliche Zusammenführung offener Verwaltungsdaten mit Hilfe einer Organisation kann hier wie ein Brennglas wirken, da die Ausgestaltung dieser Einrichtung  einen großen Einfluss auf die Ausrichtung des Sammelbegriffs Open Government Data haben dürfte.

Ob Ähnliches in Deutschland mit seiner föderalen Struktur überhaupt möglich wäre? Existierende Aktivitäten, wie D115 oder GDI-DE zum Aufbau von Betriebsstrukturen in Deutschland verdeutlichen damit verbundene Herausforderungen. Die Diskussion um eine Datenzentrale kann dazu von den eigentlichen, drängenden Aufgaben ablenken. Diese liegen derzeit darin, dezentral damit zu beginnen Verwaltungsdaten nach dem Open Data-Ansatz zu verzeichnen, bereitzustellen und so bottom-up erste nachhaltig gangbare Wege zu identifizieren!

Eingereicht von auf 27. Februar 2011Kein Kommentar | 2.435 Aufrufe

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