Am 30. September und 1. Oktober 2010 gehen wir mit „Verwaltung trifft Social Media“ in die 2. Runde und laden Experten und Interssierte aus Politik, Verwaltung, NGOs, Wissenschaft und Wirtschaft herzlich zum Government 2.0 Camp 2010 nach Berlin ein. Unter dem Motto „Lernen aus der Praxis: Neuland Web 2.0“ wollen wir in diesem Jahr noch näher an die Praxis ran und dazu nicht nur deutsche und internationalen Best Practice Projekte, Ideen und Tools für Kommunen, Länder und Bund zeigen sondern auch konkrete Anwendungsideen mit Politik und Verwaltung entwickeln und diskutieren.
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In aller Munde… Wikileaks und Afghanistan, Wikileaks-Staff unter Verfolgungsdruck, geheimnisvolle verschlüsselte “Absicherungs-Dateien”… beste Kost für hungrige Medien, heißer Stoff für Verschwörungstheoretiker. Da bleibt für einen etwas ruhigeren, vielleicht etwas reflektierteren Umgang mit dem Begriff “Transparenz der Verwaltung” wenig Raum. Umso wichtiger erscheint es mir, mal eine klare Abgrenzung zwischen Open Data/Government 2.0 und Wikileaks vorzunehmen… zugegeben, subjektiv. Aber Meinungen sind nun mal subjektiv. Um es sehr klar auszudrücken: Ich unterstütze Wikileaks, auch wenn ich hinter ein paar Abläufe und Vorgehensweisen ein paar Fragezeichen setzen würde. Nichts und niemand ist perfekt. Aber die Vermischung mit dem Thema Government 2.0 finde ich unglücklich. Mehr lesen »
Am 30.07.2010 wurde im SWR 2 Forum eine Diskussionrunde zu Wikileaks übertragen, an dem folgende Experten teilnahmen:
Die Sendung kann man hier nachhören (und herunterladen). Dorothee Baer äußert sich dort deutlich zugunsten mehr Transparenz auf Seiten der Politik und Verwaltung (u.a. ab 14. Minute):
“Ich bin da ja wirklich völlig offen, bin bereit, darüber zu diskutieren, ob man nicht künftig durch Open Government und Open Data soviel Informationen liefern kann, dass sich Wikileaks irgendwann erübrigt”
Die im Juli 2010 erschienene deutsche Studie “Government 2.0 in der Betaphase” zeigt, dass Government 2.0 – also das Mitmach-, Kollaborations- und Transparenz-Internet – in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt. Die Government 2.0 Enthusiasten haben also noch jede Menge Arbeit vor sich, bis Deutschlands Politik und Verwaltung hier zu anderen Ländern, wie Australien, Großbritannien oder den USA, aufschließen kann.
Die Macher haben für die Studie “ePartizipation und Web 2.0 Anwendungen der 50 größten Städte und Bundesländer” unter die Lupe genommen. Ihr Fazit: die öffentliche Verwaltung setzt bei ePartizipation bisher “vorrangig auf Informationsübermittlung” statt auf Partizipation und Kollaboration. Das ist ein guten Anfang – lässt aber das eigentliche Potenzial von Social Media Anwendungen noch ungenutzt. Vorhandene interaktive Angebote sind leider oft “so versteckt, dass sie selbst [bei] einer intensiven Suche verborgen bleiben”. Auch bei den Online-Bürgerhaushalten, einem der meist gelobten deutschen Mitmach-Angebote, zügelt die Studie unsere 2.0-Euphorie: “Ein Blick auf die Zahlen lässt auch beim Umsetzungsstand von Bürgerhaushalten eine gewisse Ernüchterung einkehren. Laut Angaben von buergerhaushalt.org gibt es derzeit ca. 18.037 Bürgerhaushalte (wow!) auf kommunaler Ebene. Davon werden ca. 67 Bürgerhaushalte als aktiv angesehen. Dies sind aber erst 0,5% (schade!) aller ca. 14.000 Städte und Gemeinden.”
Zu welchen weiteren Ergebnissen die Studie kommt könnt Ihr selber nachlesen. Wie die Studienmacher das Ergebnis interpretieren und welche Kommunen oder Länder aus ihrer Sicht bereits Web 2.0 “gepimpt” sind, erfahrt ihr im Interview mit den Autoren Alexander Schellong und Philipp Girrger.
Der Titel der Studie lautet „Government 2.0 in der Betaphase“ und ist wohl auch das Fazit Eurer Untersuchung. Was meint Ihr mit Betaphase und woran macht Ihr diese Einordnung fest? Mehr lesen »
“Its the end of the war as you know it” – schreibt @jmm_hamburg auf Twitter mit Verweis auf die heutige Veröffentlichung von über 90.000 geheimen Logeinträgen der US Armee aus dem Afghanistan Krieg, zusammengetragen in den Jahren 2004-2010.
Das “Afghanistan Kriegstagebuch” wird gleichzeitig in drei Leitmedien veröffentlicht, der New York Times, dem Guardian und dem Spiegel, es wird als größter Leak in der Geschichte der Geheimdienste bezeichnet. Die Tagesschau berichtet innerhalb einer Stunde auf der Titelseite der Onlineausgabe. Mehr lesen »
Die Woche der Thesen zum Internet. In Reaktion auf die Thesen des Innenministers veröffentlichte ein Mitglied der Piratenpartei zehn Thesen. Der Chaos Computer Club stellte Forderungen für ein lebenswertes Internet online. Eine Übersicht zu weiteren Thesen hat das Deutschlandradio.
Beim 10. eGovernment Wettbewerb hat es auch ein Government 2.0-Projekt in die Reihe der Finalisten geschafft: Der Maerker Brandenburg in der Kategorie “Innovativstes eGovernment-Projekt für gesellschaftliche Lösungen”.
Metablocker berichtet, Bündnis90 / Die Grünen üben sich in Online-Beteiligung und laden ein zur gemeinsamen Erarbeitung eines Gesetzentwurfs für den Mitarbeiterdatenschutz.
In dem EU-Forschungsprojekt WeGov sollen Werkzeuge entwickelt werden, mit denen es leichter möglich wird Diskussionen zu politischen Themen in verschiedenen Online-Communities zu verfolgen und neue Diskussionen anzustoßen.