Feature »

Nationaler Aktionsplan Open Data: Bericht vom Meilenstein-Workshop

1. Februar 2015 – 13:31 | Kein Kommentar | 10.969 Aufrufe

Die Bundesregierung hat im Juni 2013 die Open Data Charta der G8 unterzeichnet und sich damit zu konkreten Handlungsschritten verpflichtet. Mit einiger Verspätung wurde nun ein Aktionsplan Open Data unter Federführung des BMI entworfen, der diese …

Weiterlesen »
Interviews

Interviews mit Protagonisten aus den Bereichen Open Government, Open Data, Transparenz, Partizipation, Verwaltungsmodernisierung…

Gastbeiträge

Gastbeiträge von Autoren aus der Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Community

Debatte

Kontroverses und Aktuelles – Debattenbeiträge zu den Themen Open Government, Open Data, Transparenz und Partizipation

Veranstaltungen

Terminhinweise zu und Berichte von Veranstaltungen, Kongressen, Hackdays, BarCamps…

Praxis

Bürgerhaushalte, Konsultationen oder Datenvisualisierung – gute Beispiele zeigen, wie es funktionieren kann

Start » Medienschau, Praxis

Open Government … in der Praxis – eine Buchkritik


Open Government: Transparenz, Kollaboration und Partizipation in der Praxis – eine Buchkritik

Lathrop, D. & Ruma, L. (Hrsg.). Open Government: Transparency, Collaboration and Participation in Practice. O’Reilly, 2010.

In vielen Jahren wird man wohl die Veröffentlichung dieses Buches rückblickend als die Geburtsstunde der in Kanada und den USA entstandenen Open Government Bewegung ansehen. Das wäre jedoch falsch. Die Bewegung war schon aktiv und breit verwurzelt lange vor diesem Buch, und dass ihre Ideen das Weiße Haus erreicht haben ist ein Beweis für deren Tragweite.

Das Buch allerdings bringt eine Menge an Substanz in die öffentliche Debatte über Open Government und bietet eine Reihe hoch interessanter Aufsätze und Fallstudien zu vielen Aspekten von Transparenz, Partizipation und Zusammenarbeit im Öffentlichen Sektor. Die Fallstudien sind zwar meist sehr Nordamerika-spezifisch, doch viele der zentralen Ideen und Argumente sind allgemeingültig, und insbesondere die erste Hälfte des Buches (und etwas weiter, sowie in den Schlusskapiteln) leistet hervorragende Arbeit dabei, ein vollständiges Bild der Debatte zu übermitteln. Der Schwachpunkt des Buches ist das etwas zu starke Augenmerk auf Open Data sowie auf Web 2.0 gestützte Kommunikations- und Interaktionsaktivitäten setzt, und zum Beispiel relativ wenig auf konkrete e-Partizipation eingeht. Artikel über allgemeinere Implikationen und systemische Fragen von Open Government fehlen teilweise, so wie Analysen aus den Perspektiven von Public Management, den Politikwissensschaften oder der Insitutionstheorie.

Dieses Buch kann jedoch natürlich nur ein Anfang sein, und dafür ist es ein ausgezeichneter. Der Leser findet viele Artikel mit eloquent ausgebreiteten Ideen die der heutigen Funktionsweise von Regierung und Verwaltung um Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte, voraus sind.

Viele Beispiele aus der Praxis illustrieren dabei deren Machbarkeit und Herkunft auf überzeugende Art und Weise. Neben den beispielsweise besonders einleuchtenden Ausführungen von David Eaves zur Genese neuartiger offener Partizipationsprozesse, oder den nüchtern und sauber präsentierten Vorteilen für den Einsatz von Open Source Software sowie Strategien zum Umstieg von Daffara und Conzales-Barahona, sind vor allem auch die Anekdoten von Sarah Schacht zur den angestaubten Strukturen in den Legislativen, sowie die Mahnenden Worte lesenswert die Fung und Weil äußern, welche die Gefahr sehen, dass die Open Government Bewegung vor lauter Eifer mit Scheuklappen durch die Welt läuft, und vergisst worum es eigentlich gehen soll, eine offene Gesellschaft. Interessanter Stoff also, mit jeder Menge Raum für Debatte und akademischen Diskurs.

Abschließendes Urteil: Eine absolute Pflichtlektüre für Open Government Verfechter, Insider, Vordenker des öffentlichen Sektors und vor allem aber auch für Entscheidungsträger und öffentlich Angestellte. Das Buch ist eine hervorragende Sammlung von Aufsätzen und Fallstudien welche eine substantielle Basis für die Open Government Debatte schaffen. An manchen Stellen klaffen konzeptionelle Lücken und der starke Fokus auf Open Data, welches auf Deutschland oft zu wenig übertragbar ist, doch dieses Manko können – und sollen – künftige Publikationen ausgleichen.

Dieser Blog Eintrag ist eine abgeänderte Übersetzung aus dem Englischen, im Original zu lesen unter:

http://www.intellitics.com/blog/2010/07/26/book-review-open-government/

Eingereicht von auf 3. August 2010Kein Kommentar | 4.708 Aufrufe

Schreibe einen Kommentar!

Schreibe deinen Kommentar unten oder sende einen Trackback von deiner Website. Du kannst auch diese Kommentare abonnieren per RSS.

Sei nett und freundlich. Bleibe beim Thema. Bitte kein Spam.

Du kannst diese Tags zur Formatierung verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Dieses Weblog nutzt Gravatare, um seinen Lesern ein Gesicht zu geben. Gravatar.