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Nationaler Aktionsplan Open Data: Bericht vom Meilenstein-Workshop

1. Februar 2015 – 13:31 | Kein Kommentar | 11.002 Aufrufe

Die Bundesregierung hat im Juni 2013 die Open Data Charta der G8 unterzeichnet und sich damit zu konkreten Handlungsschritten verpflichtet. Mit einiger Verspätung wurde nun ein Aktionsplan Open Data unter Federführung des BMI entworfen, der diese …

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Deutschland bewegt sich… Open Data im Kommen?


Gestern nahm ich an der Podiumsdiskussion der Initiative D21 zum Thema „Das digitale ICH“ teil – gemeinsam u.a. mit dem Bundestagsabgeordneten der Grünen, Dr. Konstantin v. Notz und Martin Schallbruch, CIO des Bundesinnenministeriums. Dort fielen Sätze, die mir Mut machten – z.B. von Martin Schallbruch die Ankündigung, dass das Thema Open Data sicher in der neuen nationalen eGovernment Strategie enthalten sein werde.

Martin Schallbruch, CIO des BMI, glaubt, dass Open Data in die nat. eGov Strategie kommt - Anke Domscheit freut sich darüber (c) Initiative D21

Auf seinen Einwand, open data würde jedoch auch viel Geld kosten und Ressourcen erfordern, antwortete der Panelist Dr. Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein, dass dies wohl eher eine Frage des guten Willens sei. Da hat Dr. Weichert sicher recht. In den USA wurden die Open Government Portale der Bundesbehörden auch ohne einen einzigen Zusatzdollar und innerhalb von 60 Tagen umgesetzt.  

CDU/CSU Bundestagsfraktion mit Stimmen Pro Open Data

Noch mehr Hoffnung macht der Umstand, dass in der Regierungskoalition sich die Stimmen zugunsten Open Data mehren. Im European gibt es aktuell einen Beitrag von Michael Kretschmer, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU Bundestagsfraktion, zur Enquête Kommission digitale Gesellschaft, in dem er die Chancen und Potenziale von Open Data klar benennt:

Staatliche Stellen sollen ihre Daten, die nicht personenbezogen sind oder bestimmten Sicherheitskriterien unterliegen, der Öffentlichkeit einfacher zugänglich machen. In Großbritannien und den USA haben Open-Data-Initiativen viele neue Anwendungen möglich gemacht und Ideenreichtum gefördert. Damit wird Freiraum für unternehmerisches Handeln geschaffen, Forschung gefördert oder auch einfach nur das Leben ein Stück angenehmer.

Das von der CDU/CSU Bundestagsfraktion benannte Mitglied der Enquête Kommission Harald Lemke (heute McKinsey, früher CIO des Landes Hessen) hat ebenfalls ein Plädoyer für offene Daten geschrieben – für den Blog der Regierungsfraktion. Was uns besonders freut, ist die im Blogbeitrag enthaltene Referenz auf das vom Government 2.0 Netzwerk gemeinsam mit dem Open Data Netzwerk entwickelte Positionspapier zum Open Government (Entwurfsfassung).

Im verwandten Themenfeld “Open Data” liegen nach meiner persönlichen Einschätzung mehr Chancen als Risiken. Auch hier sollten wir uns in der Enquete-Kommission auf die Untersuchung der positiven Aspekte konzentrieren und uns z.B. konstruktiv mit dem gemeinsamen Positionspapier des Open Data Network e. V. und des Government 2.0 Netzwerk Deutschland e.V. auseinandersetzen.

Wir (beide Netzwerke) sind natürlich sehr gern bereit, unsere Expertise in die Arbeit der Enquête Kommission einzubringen.

Open Data Bewegung in Deutschland taucht auf aus dem Untergrund

Nachdem ja auch die Tagesschau schon berichtet hat, dass die Open Data Bewegung Deutschland erreicht hat – sich aber vor allem auf die Entwicklungen im „Untergrund“ bezog, scheint nun die Politik (endlich) nachzuziehen.

Wir sind gespannt, was sich davon wirklich sowohl in der Agenda für die Arbeit der Enquête Kommission widerspiegelt, als auch in den zu erwartenden Empfehlungen. Viel früher als der für Ende 2012 zu erwartende Bericht der Enquête wird jedoch die nationale eGovernment Strategie der Bundesregierung beschlossen. Spätestens beim IT Gipfel im Dezember wird sich zeigen, ob den optimistischen Worten auch konsequente Taten folgen werden. Es braucht klare  Beschlüsse und ausreichend Ressourcenallokationen – von nichts kommt nichts. Wir werden weiter berichten.

Eingereicht von auf 5. Mai 2010Ein Kommentar | 4.048 Aufrufe

Ein Kommentar »

  • […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von anked und anked, Gov 2.0 Netzw. Dtl. erwähnt. Gov 2.0 Netzw. Dtl. sagte: just published: "Deutschland bewegt sich – Open Data im Kommen" auf @gov20de blog http://bit.ly/a9ewYL #gov20 #opengov #eidg […]

  • Die gestrige D21 Veranstaltung hat in der Tat Hoffnung gemacht für OpenData. Ein äußerst vorwärtsgewandter Datenschützer (Thilo Weichert ist m.E. einer der hellsten Köpfe auf dem Gebiet, den wir in Deutschland haben) und auch das BMI stellen nicht in Frage, ob OpenData richtig und sinnvoll ist. Wenn das BMI mal seine großen Kühe vom Eis hat – also den neuen Personalausweis und DeMail – dann ist hoffentlich Luft vorhanden, auch mal intensiver über eine deutsche OpenData-Direktive nachzudenken – übrigens auch ein tolles Thema für den neuen IT-Planungsrat von Bund, Ländern und Kommunen. Liegt aber auch sehr an uns allen – Bürgern und Wirtschaft – den Bedarf immer wieder klar zu formulieren und die Öffnung einzufordern, zum Beispiel unmittelbar bei de Maizière in der Netzpolitik-Diskussion und gegenüber der neuen Enquete Kommission.
    Wir müssen die Verwaltung davon abbringen, erstmal selber darüber nachzudenken, welche ihrer Daten wohl für eine wirtschaftliche Verwendung geeignet seien und am besten noch, welche Geschäftsmodelle eventuell denkbar wären. Wir müssen zum Ansatz kommen „Here’s the data, have fun“. Klar, einen Vorfilter „Schutz von Privatsphäre, Geschäftsgeheimnissen und öffentlicher Sicherheit“ muss es geben… aber das ist eben auch der Einzige.
    Es gilt zu verhindern, dass wieder mit Gebührentatbeständen künstliche Hürden aufgebaut werden, die OpenData unattraktiv machen. Haben wir ja beim Informationsfreiheits- und auch beim Informationsweiterverwendungsgesetz erlebt.

    Niemand fordert im Moment Realtime-OpenData. Da wären in der Tat einige Kosten für Zugriffschutz und sonstige Sicherheits-Härtungen in den Behörden zu erwarten… in ersten, fulminanten Schritten würde uns ja schon genügen, wenn
    a) jede Behörde mal einen Katalog veröffentlicht, über welche Daten sie überhaupt verfügt und
    b) sich auf partizipative, öffentliche Diskussionen einlässt, ob und in welcher Aktualität und in welcher Prioritätsfolge die Daten dann in Rohform – aber mit einer für Otto-Normalbürger verständlichen Ontologie – veröffentlicht werden sollen.

    Wenn wir das mal hätten…

    … wäre es vielleicht nicht undenkbar, dass Wirtschaftsunternehmen ein paar Business Cases durchrechnen und zu der interessanten Idee kommen: „Wenn es grade keine Haushaltsmittel der Verwaltung für die Umsetzung von OpenData-Projekten gibt, wir aber volks. und betriebswirtschaftlich vielversprechenden Ideen haben… warum schaffen wir dann keinen Projektfond, um die Datenschätze gemeinsam mit der Verwaltung zu heben und konkrete Projekte zu organisieren?“ Umsetzung von OpenData als konkrete Public-Private-Partnerships…

    Aber Thilo Weichert hat Recht… am Anfang steht der Wille und die Einsicht der Verwaltung, ihre Datenschätze der Allgemeinheit zur Wertschöpfung zur Verfügung zu stellen.

    Here’s the data – have fun, make money!

    Wir kommen weiter, langsam, aber gewaltig…

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