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Nationaler Aktionsplan Open Data: Bericht vom Meilenstein-Workshop

1. Februar 2015 – 13:31 | Kein Kommentar | 12.370 Aufrufe

Die Bundesregierung hat im Juni 2013 die Open Data Charta der G8 unterzeichnet und sich damit zu konkreten Handlungsschritten verpflichtet. Mit einiger Verspätung wurde nun ein Aktionsplan Open Data unter Federführung des BMI entworfen, der diese …

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„Wir brauchen einheitliche und leicht zugängliche Plattformen für Verwaltungsdienstleistungen“


„Wir brauchen einheitliche und leicht zugängliche Plattformen für Verwaltungsdienstleistungen“

 

Mit Mark-a-Spot entsteht derzeit ein lizenzkostenfreies, internetbasiertes Tool für ein bürgerorientiertes Anliegenmanagement. Es ermöglicht den Betrieb einer offenen Plattform, auf der Zustände und Bedingungen im öffentlichen Raum dargestellt, bewertet und kommentiert werden können. Angelehnt an FixMyStreet.com oder Maerker.Brandenburg wird dieses Konzept mit Hilfe des Google Maps API für den Einsatz in einzelnen Kommunen umgesetzt. Wie die Lizenzierung genau aussehen wird, steht derzeit noch nicht fest. Auch daran wird noch gearbeitet, wie Holger Kreis, Initiator und Kopf von Mark-a-Spot, uns verriet.


Was hat Sie dazu bewogen, ein Open Source-Tool für Anliegenmanagement im öffentlichen Raum zu initiieren und gleich umzusetzen?

Die direkte Umsetzung eines Tools war nur möglich, weil sich an anderer Stelle in Deutschland bereits ein Best Practice bewährt hat: Maerker.Brandenburg war hierbei eine hervorragende Orientierung und hat die Konzeptionsphase des Ganzen sehr verkürzt und vereinfacht. Ich hatte das Projektziel, eine solche Plattform nicht nur als Dienst, sondern auch integrierbar von kleinen Gemeinden bis zu großen kreisfreien Städten zu realisieren und mit Karten-, Bewertungs- und Kommentierungsfunktionen anzureichern.

Seit wann gibt es Ihre Software und wie lange hat die konkrete Umsetzung gedauert?

Die Software entsteht seit Oktober vergangenen Jahres und hat inzwischen fast den Beta-Status erreicht. Nun soll Mark-a-Spot in ein interessantes Stadtportal integriert werden und sich im Produktivbetrieb bewähren.

Gibt es bereits Kommunen, die Ihr Tool einsetzen?

Nein, es gibt lediglich erste Gespräche mit zwei Kommunen, die sich als Referenzverwaltungen für die Beta-Phase einbringen wollen. Unter mas-city.com kann man das System aber schon ausführlich testen. Ich hoffe natürlich, dass sich das System als Universaltool für die verschiedenen Szenarien etablieren kann. Eine bestehende Nachfrage und Akzeptanz für solche Systeme beweist das Beispiel Brandenburg.

Welche Einsatzmöglichkeiten sehen Sie?

Wirklich interessant ist Mark-a-Spot nicht nur im klassischen Beschwerdemanagement, sondern für die ganze Palette von Anwendungsfeldern, wenn Sachdaten georeferenziert werden wollen. Alle Punktinformationen können kategorisiert, bewertet und kommentiert werden, z.B. in Form eines Mobilitätsatlas für Menschen mit Behinderungen oder als Partizipationsplattform für die Stadtplanung.

Braucht es ein Umdenken in deutschen Kommunen in der Nutzung von Angeboten wie Maerker oder Mark-a-Spot?

Gute Frage. Städte und Gemeinden haben schon längst erkannt, dass es heute nicht mehr ausreicht, eine Galerie ihrer schönsten Plätze und Ecken in das Internet zu stellen. Die Bürgerschaft erwartet aktuelle Informationen zur Infrastruktur und Dienstleistungen und einfach zu bedienende Online-Dienste. Ich glaube, das Umdenken hat bereits begonnen. Die Diskussionen hierzu finden durch die One-Stop-Government-Ansätze aus Vorhaben wie D115 und EU-DLR bereits statt. Es geht immer darum, Bürgerinnen und Bürger eine einheitliche und leicht zugängliche Plattform anzubieten, über die sich Verwaltungsdienstleistungen erschließen lassen. Die oft eingeforderte Transparenz im Verwaltungshandeln, die speziell bei Angeboten wie Mark-a-Spot ensteht, ist dabei ein Nebeneffekt, den man als Imagegewinn nicht unterschätzen sollte.

Wo sehen Sie die größten Hindernisse?

Je größer die Verwaltungen, desto mehr Bedenken wird es geben. Hier muss man den Entscheidungsträgern Argumente an die Hand geben, die Vorteile einer solchen Plattform bis in die Fachbereiche hineinzutragen.

Sie arbeiten derzeit mit Kartenmaterial von Google Maps und deren Kartenanbietern. Wieso (noch) nicht mit Open Street Map? Wo sehen Sie Vor- bzw. Nachteile?

Ich wollte zunächst einmal mit den mir bekannten Tools entwickeln und Google Maps im Rahmen meiner Möglichkeiten ausreizen. Eine Variante mit OpenStreetMaps ist „angetestet“ und zeigt zumindest für die Darstellung der Hinweise keinerlei Einschränkungen. Ein großer Vorteil beider Systeme ist die einfache Handhabung. Die Mehrzahl der Internetnutzer kennt Google Maps oder OpenStreetMaps. Sie wissen, dass sich hinter Markern und Pins wichtige und interessante Informationen verbergen und finden sich in den Oberflächen zurecht.

 

Wird es weitere Versionen Ihrer Software geben? Wenn ja: was gedenken Sie noch nachzurüsten? Ist eine Internationalisierung geplant?

Neben einer OpenStreetMap-Implementierung wäre eine Umsetzung für mobile Endgeräte wünschenswert, weitere Partizipationselemente oder die Integration von Twitter denkbar. Wichtiger erscheint mir jedoch zunächst, die Hinweise der Anwender aus der Praxis einfließen zu lassen. Die Internationalisierung ist bereits fester Bestandteil. Andere Sprachen können als Standard definiert und demnächst sogar zur Laufzeit geändert werden.

 

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Das Interview führte Jean-Pierre Winter.

Holger Kreis beschäftigt sich seit zehn Jahren mit kommunalem E-Government im Rhein-Erft-Kreis, westlich von Köln (Pilotanwender D115 und für das Vorhaben „KFZ-Wesen“ im Projekt Deutschland Online). Nebenbei arbeitet er als freiberuflicher Webentwickler.

Eingereicht von auf 29. März 20102 Kommentare | 7.531 Aufrufe

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