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Nationaler Aktionsplan Open Data: Bericht vom Meilenstein-Workshop

1. Februar 2015 – 13:31 | Kein Kommentar | 10.961 Aufrufe

Die Bundesregierung hat im Juni 2013 die Open Data Charta der G8 unterzeichnet und sich damit zu konkreten Handlungsschritten verpflichtet. Mit einiger Verspätung wurde nun ein Aktionsplan Open Data unter Federführung des BMI entworfen, der diese …

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Kommunikation 2.0: Mit Mut raus aus der Einbahnstraße!


Was haben Journalisten und Öffentlichkeitsarbeiter mit Politik und Verwaltung gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel, außer der zum Teil symbiotischen Beziehung. Und die Zielgruppe: Leser oder Zuschauer sind Kunden, Bürger, Wähler. Es gibt noch was, was Medienmenschen und Vertreter staatlicher Institutionen eint: die Beschäftigung mit den sozialen Medien und folglich Prinzipien wie Transparenz oder Feedback 2.0.
Binnen weniger Tage habe ich auf zwei Veranstaltungen von und für Medienmenschen Diskussionen rund um Social Media verfolgt. Auch die Kommunikationsbranche bewegt heftig die Frage, was man „im Web 2.0“ alles so machen kann. Spätestens bei Bemerkungen zum persönlichen Umgang damit – „Wieso soll ich da rein?“ oder „Das ist doch gefährlich“ – fühlte ich mich an Verwaltungskongress-Debatten zu Staat 2.0 bzw. Open Government erinnert.  Auch bei den Kommunikationsprofis herrscht deutliche Unsicherheit, wenn es um Prinzipien wie Transparenz oder Mitmach-Kultur geht. Damit meine ich nicht das nachvollziehbare Unwohlsein, das entsteht, wenn Medienunternehmer die Kostenlos-Mentalität im Netz auch auf die Honorar-Politik gegenüber ihren Mitarbeitern übertragen oder Konsolidierungskurse einschlagen, bei denen manch Redakteur auf der Strecke bleibt (die Qualität übrigens auch). Gemeint ist Verunsicherung, die durch das allgemeine veränderte Kommunikationsverhalten im digitalen Zeitalter verursacht wird. Sich zu öffnen, den Kanal zum Kunden aufzumachen, ist ungewohnt, anstrengender, ganz einfach anders als herkömmliche Einbahnstraßen-Kommunikation. Das gilt für Staat und Medien (und andere Branchen).

Kollaboration braucht Kommunikation
Ohne Kulturwandel ist kein Staat 2.0, keine Kommunikation 2.0 möglich. Technik kann man installieren. Für den „Change“ in Einstellung und Organisationskultur gilt das nicht. Der von Herrschaftswissen und Hierarchieprinzipien geprägte Staat hat an der Beteiligung „betriebsfremder“ Akteure noch zu arbeiten. Ähnlich geht es anscheinend Vertretern der Medienbranche. Die Branche also, die Kommunikation eigentlich kann. Und bei 2.0-getriebenen Aktivitäten geht es um Kommunikation. Wer sich öffnen will, muss kommunizieren. Ebenfalls, wer beteiligen und zusammenarbeiten will.
Ich weiß noch nicht so ganz, ob es mit Blick auf die Open-Bewegung Hoffnung machen soll, dass Kommunikationsprofis „dieses Internet“ und „den Web 2.0-Hype“ partiell noch mit Skepsis und Ängsten bewerten. Die Branche, die dem Staat immer wieder gerne Geheimniskrämerei vorwirft, tut sich teilweise selbst schwer mit den neuen Möglichkeiten zur Öffnung von Kommunikation und Interaktion. Wir haben noch dicke Bretter zu bohren, um den Reformdruck in nachhaltigen Reformschwung zu verwandeln.

Mehr Experimentierfreude
Die Quintessenz, die ich aus den Journalisten-Debatten um Social Media und die Öffnung hin zum Kunden mitnehme, kann man auf die Umsetzung von Open Government übertragen: Mehr Mut. Mehr Experimentierfreude. Weniger Angst. Interesse an Feedback (Mehrwert!) und zweigleisiger Kommunikation und Aktion. Schon jetzt zeigen gute Beispiele, dass der Untergang des Abendlandes dadurch nicht droht. Wer aber keine Transparenz, keine Mitspieler möchte – der sollte das begründen. Auch das übrigens ein Akt der Kommunikation – der auf den diversen Kanälen mit Feedback belohnt wird. Vermutlich nicht mit dem besten.

Eingereicht von auf 28. Juni 2011Kein Kommentar | 3.734 Aufrufe

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