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Nationaler Aktionsplan Open Data: Bericht vom Meilenstein-Workshop

1. Februar 2015 – 13:31 | Kein Kommentar | 12.365 Aufrufe

Die Bundesregierung hat im Juni 2013 die Open Data Charta der G8 unterzeichnet und sich damit zu konkreten Handlungsschritten verpflichtet. Mit einiger Verspätung wurde nun ein Aktionsplan Open Data unter Federführung des BMI entworfen, der diese …

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Interview mit Berliner Senat über Apps, Open Data und Government 2.0 Camp


Der Berliner Senat stößt derzeit eine ganze Menge Initiativen unter dem Dach der Landesinitiative Projekt Zukunft. Um welche Initiativen es im Einzelnen geht und welche Engagements den Berliner Senat derzeit umtreiben, zeigt das nachfolgende Interview mit Dr. Wolfgang Both.

Crossposting: Das Interview erscheint regulär in der aktuellen Ausagbe der „Gute Nachrichten aus Berlin“ .

Frage: Die Berliner Wirtschaftsverwaltung hat am 15. September einen neuen Wettbewerb gestartet. Was ist das Ziel dieser Wettbewerbe im Rahmen von „Projekt Zukunft“ und worum geht es bei diesem konkret?

Dr. Both: Wir haben diese Kreativwettbewerbe vor über einem Jahr gestartet, um über die Aktivitäten in den Handlungsfeldern unserer Innovationsstrategie hinaus weitere Interessenten zu aktivieren. Wie die Teilnahme am Games- oder Modewettbewerb gezeigt hat, ist dies auch gelungen. Um die Kreativität der Berliner (und Brandenburger) weiter für neue Lösungen zu nutzen, haben wir jetzt einen Wettbewerb zu mobilen Software-Anwendungen, den Apps, gestartet. Wir erhoffen uns viele interessante Angebote zu Kultur, Bildung, Navigation in der Stadt, aber auch Tourismus und Unternehmen sind Themenfelder.  Daher haben Sponsoren, wie SAP, Cornelsen, Microsoft oder NokaSiemensNetworks sofort zugesagt, diesen Wettbewerb zu unterstützen.

Frage: Es gibt gerade für den Bereich IT und Kulturwirtschaft in Berlin immer viel positive Resonanz.  Während an anderer Stelle sich die Regierung erst dann drauf setzt, wenn etwas als breiter Erfolg läuft, wird Berlin und gerade auch für die aktive Rolle gelobt, dass Prozesse auch angeschoben werden und damit Akteure wie jetzt bei der Music Week auch vernetzt und ermutigt werden. Was soll der apps4berlin Wettbewerb über die Entwicklung konkreter Anwendungen hinaus bewirken?

Dr. Both: Vor allem möchten wir erreichen, dass die Stadt attraktiver für die Menschen wird, die hier leben, für die Unternehmen, Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen, die die Stadt bereichern und natürlich für unsere Millionen Besucher. Diese Potenziale besser verfügbar zu machen und den Kunden als Produzenten mit einzubinden, ist eine Idee dahinter. Natürlich versprechen wir uns von einem solchen Wettbewerb über die Produkte und Preisträger immer auch eine Veränderung der Wahrnehmung des Themas insgesamt.

Frage: Offenbar geht es auch um ein Einwirken auf die Debatte um Offene Daten, das Thema ist noch nicht selbstverständlich und  die Kommunen offenbar alle noch im Diskussionsprozess. Wo steht Berlin im Vergleich und was geschieht aktuell, um die Datenbasis auf eine sinnvolle Plattform zu heben?

Dr. Both: Ja, genau, die Open Data-Thematik steckt da mit drin. (wobei es im Apps4Berlin-Wettbewerb nicht nur um Anwendungen rund um die Daten der öffentlichen Hand geht) Im anglo-amerikanischen Raum sind Open Data-Angebote schon verbreitet, das „Alte Europa“ ist da erst auf dem Weg. Um strukturiert vorgehen zu können, haben wir uns im Sommer entschlossen, zwei Ansätze parallel zu verfolgen: eine Vorstudie durch das FhG-Institut FOKUS und eine Bürgerbefragung. Im Ergebnis sollen dann konkrete Projekte aufgesetzt werden – natürlich in enger Abstimmung mit der Innenverwaltung.

Frage: Für den aktuellen Ansatz, nutzerorientiert zu schauen, welche Daten wirklich abgefordert werden, gibt es seit dem 23.09.2010 ein Online Voting – wo findet man dies ?

Dr. Both: Der Zugang zum Fragebogen mit 20 Kategorien zur Auswahl erfolgt direkt über die Homepage von Berlin.de, linke Spalte (Online-Voting). Alle sind herzlich eingeladen, ihre Favoriten zu wählen. Uns geht es nicht um eine abstraktes Meldung „alle Daten sind online“ – sondern um Service für jene Bürgerinnen und Bürger, die ihn wirklich und am meisten brauchen. Wir sind auch dankbar, dass Community den Link bereits breit verteilt hat und es positive und kritische Hinweise gibt.  Machen sie mit, auf dass klar wird: das Thema interessiert viele und das Interesse ist breit.

Frage: Parallel dazu hat die Senatsverwaltung das Frauenhofer-Institut gebeten, das Thema „Verfügbare Daten Berlins“ zu bearbeiten. Erste Ergebnisse wurden von Frau Prof. Schieferdecker bei der XInnovations am letzten Mittwoch vorgestellt. Worauf zielt das Konzept einer Plattform City Data Cloud Berlin und welche Rolle spielt es für den Wettbewerb?

Dr. Both: Auch wenn das Ergebnis für den Apps4Berlin-Wettbewerb nicht direkt wirksam wird, so haben wir mit der Studie eine Faktenbasis, die uns das Gespräch mit den Fachverwaltungen, den „Herren der Daten“, suchen lässt und die uns Vorgaben macht, wie Daten zukünftig für die digitale Welt zu gestalten sind. Bestandteil der Studie ist auch eine erste strukturierte Erhebung von Datensätzen und Webservices in Berlin. Und damit gibt es zumindest Anregung für Wettbewerbsbeiträge.

Frage: Berlin ist auf dem Gov2.0 Camp Berlin vertreten ?

Dr. Both: Ganz sicher, schließlich heisst es ja „Verwaltung trifft Social media“… da sollte eben die Berliner Verwaltung auch engagiert vertreten sein. Ich selbst werde am Donnerstag dabei sein, aus unserer Hausleitung ist Frau Julia Witt dabei und in der Panel Diskussion wird Herr Karl-Heinz Löper aus der Innenverwaltung dabei sein – wir freuen uns auf eine interessante Veranstaltung und neue Anregungen.

Blog: www.opendataberlin.blogspot.com

Kontakt: Wolfgang.Both@senwtf.berlin.de

Eingereicht von auf 28. September 2010Kein Kommentar | 3.040 Aufrufe

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