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Nationaler Aktionsplan Open Data: Bericht vom Meilenstein-Workshop

1. Februar 2015 – 13:31 | Kein Kommentar | 10.962 Aufrufe

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Ganz ohne Web 2.0-Diplom: das Prinzip Social Media Sprechstunde


Social Media Sprechstunde: Starter und Begleiter bei der Arbeit. Das Prinzip: von- und miteinander lernen, wie Web 2.0 funktioniert, und wie man es für seine Zwecke einsetzen kann.
Foto: SMS Hamburg

Es gibt viele Gründe, sich über Facebook oder Twitter aufzuregen. „Da zeigen Leute doch ständig Fotos von ihrem Frühstück oder Kneipengetränk? Das brauche ich nicht!“ Natürlich gibt es diese Frühstücks-Postings. Doch das interaktive Web bietet noch weitere Möglichkeiten zur Kommunikation. Dafür muss man es aber erst einmal ausprobieren.

Hier setzt die Idee der Social Media Sprechstunde Hamburg (SMS) an: Menschen, die sich für Web 2.0 interessieren, zu helfen, sich ein eigenes Bild davon zu machen und es souverän zu nutzen. Das Grundprinzip ist einfach: Begleiter unterstützt Starter. Ein mit Internet-Plattformen oder -Tools vertrauter Begleiter hilft einem Starter bei Facebook, Twitter, Blogs und Co.

Begleiter hilft Starter

Ins Leben gerufen wurde die Social Media Sprechstunde in Hamburg im Mai 2012 von John Heaven. Vorbild ist die Social Media Surgery seiner Heimatstadt Birmingham. Dort hatte Nick Booth 2008 die Social Media Surgery gegründet, bei denen engagierte Bürger sich gegenseitig zu Know-how im Web 2.0 verhelfen. Hilfe zur Selbsthilfe eben. Nick Booth wurde für sein Engagement 2012 vom britischen Premierminister David Cameron mit dem Big Society Award ausgezeichnet. Er war auch bei der ersten Hamburger Socia Media Sprechstunde im Kultwerk West dabei. Seitdem findet dort jeden Monat eine Sprechstunde statt.

In erster Linie richtet sich die Sprechstunde an Vereine, Initiativen oder engagierte Bürger, die überlegen, ob und wie sie Social Media für ihre Zwecke einsetzen können, zum Beispiel für Kommunikation oder Kampagnen. Das Ganze findet meist in Eins-zu-Eins-Betreuung statt, gemeinsam vor einem Notebook, um auszuloten, welche Tools für den Starter überhaupt nützlich sein könnten. Dann setzten Starter und Begleiter vielleicht gemeinsam einen Blog auf. Oder sie erstellen einen Facebook-Account, verbunden mit dem Einrichten von Privacy-Einstellungen und dem Suchen erster Kontakte für die Freundesliste. Je nach Aufgabe und Zeitbudget dauert die Sprechstunde ein bis zwei Stunden.

Keep it simple!

Das Credo von Nick Booth: „Zero expectations“. Gemeint ist, dass sich alles spontan vor Ort ergibt. Es geht bei also nicht um zeitintensiv vorzubereitende Beratung oder durchinszenierte Workshops mit WordPress- oder Facebook-Übungen. Das Prinzip „Keep it simple“ gilt auch bei der Vorbereitung. Alles, was man braucht, ist ein Raum, Begleiter, Notebooks, Internet natürlich und Web-Präsenzen für Information und Anmeldung. Die Facebook-Seite der SMS Hamburg ist übrigens während einer Sprechstunde entstanden.

Mit Latein 2.0 am Ende? „Überweisen“!

Als Begleiter muss man auch kein Web 2.0-Diplom haben. Jeder kann etwas, und wenn ein Begleiter mit seinem Latein 2.0 am Ende sein sollte, „überweist“ er seinen Starter während der Sprechstunde einfach in der Runde weiter.

Dabei lernen nicht nur die Starter. Auch für Begleiter ist die Sprechstunde eine spannende Erfahrung: Man lernt interessante Menschen kennen und wofür sie sich einsetzen. Man ist gezwungen, das eigene Agieren im Internet zu reflektieren, um es zu erklären. In der Zusammenarbeit für die Sprechstunde stoßen Begleiter vielleicht auch auf neue Tools und weiten die eigenen Fähigkeiten aus. So haben alle etwas von der Sprechstunde.

Alle lernen – und haben Spaß

Die Motivation der Starter: Neugierde und Nutzen. Neugierde, wie soziale Netzwerke funktionieren und ob sie Nutzen bringen. Spaß macht die ganze Sache dann auch noch – allen Beteiligten. Auch das ist eine gute Voraussetzung, sich mit den Möglichkeiten der interaktiven Kommunikation auseinanderzusetzen und selbst mitzumachen. Und was die Frühstücks-Postings angeht: Das schmälert den strategischen Nutzen von Social Media meist nicht. Man kann in der Sprechstunde ja auch lernen, wie man die Sichtbarkeit von Postings etwas justieren oder im Ernstfalle sich auch mal „entfreunden“ kann.

Eingereicht von auf 27. Dezember 2012Ein Kommentar | 11.036 Aufrufe

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