Frau Kanzlerin, ich hab da mal `ne Frage…
Unter www.direktzurkanzlerin.de können Bürgerinnen und Bürger schon seit langem Woche für Woche Fragen an die Bundeskanzlerin stellen.
Wer sich einmal registriert hat (das geht auch anonym), kann nicht nur eigene Fragen einstellen sondern auch die Fragen anderer unterstützen (oder auch nicht). Wie beim Tauziehen werden Fragen so in ihrer Relevanz hoch- oder abgewertet. Die drei höchstbewerteten Fragen jeder Woche werden vom Büro der Kanzlerin beantwortet, die Antworten ebenfalls auf der Plattform des neutralen Betreibers veröffentlicht.
Gleichartige Direkt-Portale bieten inzwischen einige Politiker an – Vom Bundestagspräsidenten über Bundesministerinnen wie Frau von der Leyen oder Frau Aigner bis hin zum Münchner Bürgermeister Ude und dem Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf. Der besondere Charme – hier ist keine Wahlkampfplattform mit ein paar Wochen Laufzeit geschaffen worden, sondern eine Dialogmöglichkeit, die auf Kontinuität setzt und auf Transparenz. Die Veröffentlichung aller Fragen auf der Plattform eines neutralen Dritten garantiert gleichzeitig, dass Zensur nicht stattfindet. Gleichlautende Fragen werden außerdem gebündelt, Antworten lassen sich leicht in der Antworten-Datenbank finden.
Für Politiker ist diese Plattform eine sehr gute Möglichkeit, zu erfahren, was Bürgerinnen und Bürger wirklich bewegt – ungefiltert durch Journalisten, Analysten und Vorzimmer. Für Bürgerinnen und Bürger ergibt sich umgekehrt eine Möglichkeit, (endlich) direkt mit denjenigen zu kommunizieren, die politische Entscheidungsgewalt haben. Das gilt auch dann noch (mit kleinen Einschränkungen), wenn das Büro der jeweiligen Politiker die Antworten verfaßt. Als Optimistin gehe ich davon aus, dass man sich auch in diesen Fällen die Fragen mit hoher Relevanz vorlegen lassen wird und die Antworten absegnet.
Das deutsche Unternehmen direktzu hat seinen Sitz in Berlin – aber auch im US Wahlkampf schon Lorbeeren gesammelt, dort kennt man es unter www.straightto.com. Direktzu hat sich auf die many-to-one Kommunikation im Internet spezialisiert.














was hat hier peinliche produktwerbung verloren?
Wir möchten Gute Beispiele bekannt machen. Das können wir nicht, wenn wir die Namen der Websiten verschweigen – Nutzer müssen sich ja selbst ein Bild machen können. Wir haben den Anspruch, Berichterstattung zum Thema Government 2.0 neutral zu gestalten – dafür stehen wir auch als sehr diverses Organisationsteam. Es wäre nicht zum Vorteil unserer an Gov 2.0 Referenzen interessierten Leserinnen und Leser, wenn wir existierende Angebote nur nebulös beschreiben und keine Referenzen und Quellen benennen.
Anke Domscheit