Government 2.0 Netzwerk Deutschland e.V. Open Government in Deutschland 2016-02-20T18:35:25Z http://www.gov20.de/feed/atom/ WordPress Kirsten Wohlfahrt <![CDATA[Landkreis Lüneburg hat ein Open Data-Portal – „Beginnen Sie mit ersten Schritten auf der Open Data-Reise“]]> http://www.gov20.de/?p=7189 2016-02-20T18:35:25Z 2016-02-20T18:10:52Z Hendrik Lampe vom IT-Service des Landkreises Lüneburg. Antwittern in Sachen Open Data im Landkreis: @openLKLG

Hendrik Lampe vom IT-Service des Landkreises Lüneburg. Antwittern in Sachen Open Data im Landkreis: @openLKLG

Still und leise hat der Landkreis Lüneburg seine Daten geöffnet und ein Open Data-Portal gestartet. Wir sprachen mit Hendrik Lampe, der im Kreis Lüneburg für die Informationstechnik zuständig ist, über die Motivation, die Daten zu öffen, über weitere Pläne sowie ganz konkrete Datenwünsche.

Der Landkreis Lüneburg hat ein Open Data-Portal – herzlichen Glückwunsch! Immerhin gehört Niedersachsen zu den fünf Bundesländern, in denen es noch nicht einmal ein „einfaches“ Informationsfreiheitsgesetz gibt, das Bürgern ein Recht auf Zugang zu Verwaltungsinformationen einräumt. Warum hat sich der Kreis für die Öffnung von Daten entschieden?

Im Grunde handelte es sich um eine politische Entscheidung. Der Landkreis hat sich mit einem Beschluss des Kreistages für eine Bereitstellung offener Daten entschieden. Sollte es in Zukunft ein konkretes Landesgesetz dazu geben, dann sind wir schon heute vorbereitet.

Ist die Kreisverwaltung verpflichtet, Daten zu veröffentlichen?

Nein, im Bereich Open Data gibt es keine Verpflichtung. Nichtsdestotrotz haben die Einwohner des Landkreises meiner Meinung nach einen Anspruch auf die vorhandenen Daten und auf eine transparente Verwaltung. Natürlich gibt es in anderen Rechtsbereichen auch eine Verpflichtung, die Bürger im Landkreis zu beteiligen.

Was ist weiter geplant? Im Portal findet man zum Beispiel schon den Reiter „Kommunen“ – ab wann werden Datenarbeiter auch Daten aus Kommunen des Landkreises finden, um sie für Recherchen oder Visualisierungen nutzen zu können?

Das stimmt, das Portal ist bereits dafür vorbereitet, dass auch andere Kommunen aus dem Landkreis es mit benutzen können. Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass nicht jeder das Rad selbst erfinden muss und die Kommunalverwaltungen sich in dieser Sache zusammen tun können. Unabhängig von einer solchen Kooperation gibt es alleine beim Landkreis eine Vielzahl von weiteren Datenschätzen, die wir gerne „heben“ würden. Als nächstes planen wir beispielsweise die Kartendienste unseres Energieportales aufzubereiten und auf dem Portal zu veröffentlichen.

Open Data ist mehr als Technik und die Bereitstellung von Rohdaten über ein Portal. Die Öffnung bedeutet für die Verwaltung einen Kulturwandel. Haben Sie Tipps für Kommunen oder Kreise, die wie der Landkreis Lüneburg den Weg der Öffnung gehen möchten?

Hat ein neues Open Data-Portal: der Landkreis Lüneburg. http://open.lklg.net/

Hat ein neues Open Data-Portal: der Landkreis Lüneburg.
http://open.lklg.net/

Ich habe einmal während eines Vortrages zu einem anderen Thema ein einprägsames Sinnbild gehört, das sich gut

übertragen lässt – der Vortragende hat auf das Buch „Jim Knopf und der Scheinriese“ verwiesen. Im Groben geht es um einen aus der Ferne betrachtet gewaltig wirkenden Riesen der, je näher die Reise geht, immer kleiner wird. Mein Tipp für andere Kommunen lautet also: Beginnen Sie mit den ersten Schritten auf der „Open Data“ Reise. Ich denke, die meisten Verwaltungen werden genau wie ich feststellen, dass Sie bereits eine Vielzahl von Daten im Internet veröffentlicht haben. Eine strukturierte Veröffentlichung und Umwandlung dieser Daten in Open Data konforme Formate ist sicherlich ein guter Anfang sich dem Thema zu nähren und die Chancen die Open Data für die öffentliche Verwaltung bieten zu erkennen.

Haben Sie einen Wunsch, welcher Datensatz oder welcher Themenbereich nun unbedingt von Programmierern oder Datenjournalisten für Apps oder leicht lesbare Visualisierungen verarbeitet werden sollte?

Der Landkreis Lüneburg hat ein paar Naturbadegewässer, die in den Sommermonaten regelmäßig auf ihre Qualität untersucht werden. Die Untersuchungsergebnisse der nächsten Saison sollen regelmäßig auf dem Portal veröffentlicht werden. Eine Anwendung die diese Ergebnisse beinhaltet wäre eine tolle Sache.
Ich möchte den Spieß an dieser Stelle gerne umkehren und die Frage zurück an die Community geben: Neben den bereits veröffentlichten Datensätzen würde mich interessieren welche Datensätze noch fehlen. Feedback kann gerne an opendata@lklg.net oder via Twitter @openLKLG gegeben werden.

 

]]>
0
Gov20 Netzwerk <![CDATA[„Geht doch!“ – Tagung Offene Kommunen.NRW am 14./15.11.2015 in Wuppertal]]> http://www.gov20.de/?p=7172 2015-10-19T19:30:57Z 2015-10-19T18:22:16Z Offene Kommune Logo-2012-4Bei der Praxis-Tagung Offene Kommunen.NRW geht es am 14. und 15. November 2015 in Wuppertal darum, wie man in Kommunen mit Open Government und Open Data mehr Transparenz, Beteiligung, Kooperation und Engagement erreicht. Das diesjährige Motto: „Geht doch!“ Gezeigt werden soll, welche Projekte bereits erfolgreich umgesetzt wurden und was man vor Ort wie tun kann. Darüber hinaus soll der Austausch unterschiedlicher Akteure ermöglicht werden, zum Beispiel darüber, wie die Zusammenarbeit mit dem Land Nordrhein-Westfalen intensiviert oder aus Bürgern Stadtmacher werden können.

Die Veranstaltung findet erneut im BarCamp-Format statt: Statt eines vorab feststehenden Konferenzprogramms mit ausgewählten Sprechern bestimmen die Teilnehmer vor Ort selbst das Programm. Für den zweiten Tag das Tagung ist ein Hackathon geplant. Dabei können konkrete Web-Anwendungen konzipiert, erprobt und weiterentwickelt werden, zum Beispiel IT-Lösungen zur Unterstützung von Flüchtlingen und Flüchtlingshelfern.

„Bei der nun schon fünften Ausgabe der Tagung Offene Kommunen.NRW wollen wir uns noch stärker als in den Vorjahren mit konkreten Projekten beschäftigen. Wie kann man durch mehr Offenheit die kommunale Demokratie stärken und die Problemlösungsfähigkeit steigern?,“ sagt Organisator Dieter Hofmann.

Inhaltlich unterstützt wird die Tagung u.a. von Open.NRW, dem Open Data- und Partizipations-Portal des Landes NRW. „Der Dialog zwischen Verwaltung und Bürgern sowie Transparenz und Kooperation sind die Grundpfeiler von Open.NRW. Durch eine Tagung wie OKNRW können wir Innovationen aufzeigen und für alle besser nutzbar machen”, erklärt Christian Dinnus, Leiter der Open.NRW Geschäftsstelle.

Auch das OK Lab ist Partner der Tagung Offene Kommunen.NRW. Wie in Wuppertal engagieren sich Freiwillige in mehreren Städten, die gemeinsam mit Kommunen und anderen Initiativen an Open Data- und Bürgerprojekten arbeiten. „Wir möchten zeigen, was heute bereits möglich ist und anhand erfolgreicher Projekte demonstrieren, welchen Mehrwert Open Data und Open Government einer Kommune bieten,“ sagt Sam Zeini.

Die Tagung richtet sich an Bürgerinnen und Bürger, Politiker, Mitarbeiter der Verwaltung, Wissenschaftler, Unternehmer und alle mit Interesse an mehr Beteiligung, Engagement, Kooperation und Transparenz in Kommunen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung über www.oknrw.de erforderlich.

Termin: 14.-15. November 2015 jeweils 10:00 -16:30 Uhr

Veranstaltungsort: Bergische Volkshochschule, Auer Schulstraße 20, 42103 Wuppertal

Weitere Informationen unter www.oknrw.de.

Informationen zu weiteren Hackathons, die sich mit Projekten für Flüchtlinge beschäftigen – der Hackathon im Rahmen der Tagung Offene Kommunen NRW ist ein Satellit des „Refugee Hackathons“ am 23.-25. Oktober in Berlin, organisiert von Anke Domscheit-Berg vom Government 2.0 Netzwerk Deutschland e.V.: http://refugeehackathon.de/orte-daten/

]]>
0
Gov20 Netzwerk <![CDATA[Erklärung des Government 2.0 Netzwerks Deutschlands e.V. zu den Ermittlungen wegen Landesverrats gegen netzpolitik.org]]> http://www.gov20.de/?p=7162 2015-08-02T18:00:44Z 2015-08-02T08:10:26Z Der Vorstand des Government 2.0 Netzwerks Deutschland e.V. solidarisiert sich mit netzpolitik.org und fordert den Generalbundesanwalt auf, die Ermittlungen zum Landesverrat von Markus Beckedahl und André Meister einzustellen.

Dazu erklärt der Vorstand:

Verantwortungsvolle Journalisten verraten keine Geheimnisse.

Wenn ein Sachverhalt für die Gesellschaft bedeutsam ist, tun sie ihre Pflicht und berichten darüber. Genau das haben André Meisner und Markus Beckedahl mit ihrer Veröffentlichung zu Plänen des Verfassungsschutzes zur Überwachung des Internets getan.

Hat diese Veröffentlichung die Bundesrepublik Deutschland benachteiligt?

Hat sie eine fremde Macht begünstigt?

Sicherlich nicht. Das müsste sie aber, wenn es sich juristisch um Landesverrat handeln würden. Das Gegenteil ist der Fall!

Der Blog netzpolitik.org hat der Gesellschaft einen großen Dienst erwiesen. Der Blog berichtet nicht nur kritisch über die Chancen und Risiken unseres wichtigsten Mediums, sondern engagiert sich auch für die Erhaltung der damit verbundenen Freiheit(-en).

Ganz in diesem Sinne hat der Blog mögliche Überwachungstendenzen des Staates im Internet offen gelegt. Was soll ein freies Medium, das über das Netz und über Überwachung berichtet, auch anderes tun, als seine Leser über eben dieses Netz und alles, was damit in unserem Alltag möglich ist und ermöglicht werden kann, faktentreu zu informieren?

Nein, das ist kein Landesverrat. Das ist die notwendige Aufklärung über die Schattenseiten des Digitalen. Das ist praktizierte Pressefreiheit im Sinne einer offenen, demokratischen Gesellschaft.

 

„Demokratie ohne Pressefreiheit ist keine mehr“: Statement von Anke Domscheit-Berg, Mitglied des Vorstandes, am 31.7.2015 in der Sendung ZDF heute+.

 

]]>
0
Kirsten Wohlfahrt <![CDATA[Nächster Stammtisch Open Government Hamburg am 6.7.2015]]> http://www.gov20.de/?p=7148 2015-06-10T20:18:04Z 2015-06-10T20:14:18Z Der Sommer ist nun auch in Hamburg angekommen. Es wird tatsächlich wärmer. Bei den Datenarbeitern des Code for Hamburg-Laboratoriums rauchen aber schon seit über einem Jahr Köpfe und Laptops. Seit 2014 treffen sich in Hamburg Datenarbeiter, Entwickler und Open Data-Engagierte regelmäßig und tüfteln an Apps und Visualisierungen, die nützlich sind für Bürgerinnen und Bürger.

Zum dritten Mal werden wir uns an ein Treffen der eifrigen Programmierer anhängen und bei ihnen unseren Stammtisch Open Government Hamburg veranstalten. Wann? Am 6. Juli ab 19 Uhr in Altona.

Vernetzung der Hacker und Stammtisch-Strategen ist erwünscht. Es gibt aber in der Gaußstraße auch genügend Raum, um in verschiedenen Gruppen die Köpfe zusammenzustecken, am Notebook zu arbeiten oder sich auszutauschen. Das Government 2.0 Netzwerk Deutschland e.V. freut sich über das Hosting!

Offen für alle – und für Open X

Der Stammtisch ist wie immer offen für alle, die sich für die Themen Open Data und Open Government interessieren. Oder frei und einfach übersetzt: Wer Interesse hat am transparenten Staat (nicht zu verwechseln mit dem gläsernen Bürger), wissen möchte, was man mit offenen Daten der Verwaltung machen kann und an der Öffnung von Staat und Verwaltung mitarbeiten möchte, ist herzlich eingeladen, beim Stammtisch vorbeizuschauen. Wir sind ein kleiner fester Kreis von Open X-Enthusiasten, die sich seit 2012 alle paar Monate zusammensetzen. Wir diskutieren über Open Government und Open Data und tauschen uns in netter, offener Atmosphäre über Projekte oder Ideen aus.

Wer sich konkret für das Arbeiten mit Daten und Open Data der Verwaltung beschäftigen möchte, sei auch explizit auf die produktiven Treffen der Hamburger Datenarbeiter des Code for-Labs hingewiesen. Hier wird jeden Montag daran gearbeitet, Vorurteile zu widerlegen, dass mit Open Data kaum jemand etwas anfangen könne.

Das Hamburger Code-Lab ist eins von derzeit 13 Open Data-Laboratorien in ganz Deutschland. Unter dem Dach des Programms Code for Germany der Open Knowledge Foundation arbeiten sie interdisziplinär daran, gesellschaftlich relevante Anwendungen zu programmieren und die Arbeit von Regierung oder Verwaltung durch Datenvisualisierungen oder datenjournalistisch aufbereitete Stücke nachvollziehbarer zu machen.

Wir treffen uns am Montag, 6.7.201, ab 19 Uhr (sine tempore, wer auch die Datenarbeiterinnen und Datenarbeiter in der Vorstellungsrunde kennenlernen möchte…), in der Gaußstraße 136. Einfach durch den Hinterhof, dann rechts zum roten Gebäude, 1. Stock, dort bitte rechts halten.

]]>
0
Kirsten Wohlfahrt <![CDATA[Hackday Moers: Wenn im Rathaus Open Data-Enthusiasten das Sagen haben]]> http://www.gov20.de/?p=7138 2015-03-30T04:49:47Z 2015-03-30T04:49:47Z Autorin: Kirsten Wohlfahrt, Government 2.0 Netzwerks, Gründerin des Stammtischs Open Goverment Hamburg, beobachtende Teilnehmerin an Tag 1 des Moerser Hackdays.

Bahnhof Moers

Klarer Kurs auf und bei Open Data, und das als eine der ersten Kommunen Deutschlands überhaupt: die Stadt Moers.

In der Stadt Moers gibt es ein Restaurant, das „Zur Trotzburg“ heißt. Das Rathaus ist hingegen alles andere als trotzig oder von Widersachern in einer eigens dafür gebauten „Trutzburg“ belagert. Im Gegenteil. Mitte März hat sich das Rathaus äußerst offen gezeigt und ließ in seinem Ratssaal rund sechzig Hacker in seinem Datenschatz stöbern und programmieren. Anlass war ein Open Data Hackday, der erste Hackday am Niederrhein überhaupt, zu dem die Stadtverwaltung gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung eingeladen hatte.

Ratssaal

Externe Kreativität und Ideen im Rathaus willkommen.

Prinzip Offenes Rathaus

Ein Ratssaal, an dem ausnahmsweise einmal nicht Bürgermeister und Ratsleute das Sagen haben. Ein Rathaus, das ein ganzes Wochenende lang seine Türen öffnet. Hackeriinnen und Hacker als Hauptpersonen im Ratssaal – Programmierer, „Cyber Freaks“, Open Data-Enthusiasten, Bürger, die Ideen haben, wie man Informationen der Verwaltung nachvollziehbar gestalten kann, Datenjournalisten: Das ist schon etwas Besonderes. Moers, gelegen am westlichen Zipfel des Ruhrgebiets, hat als eine der ersten Kommunen bereits im Frühjahr 2013 seine Tore bzw. seine Daten geöffnet und ein Open Data-Portal ins Leben gerufen. Gearbeitet haben die Hacker an dem Wochenende aber auch mit Daten des Landes Nordrhein-Westfalen.

Code for Niederrhein – coming soon?

Neben dem eigentlichen Arbeiten mit Daten ging es an dem Open Data-Wochenende auch darum, die Datenarbeiter-Szene am Niederrhein zusammen zu bringen, auf dass vielleicht eine Community daraus wird. Bzw. ein „Code for Niederrhein“-Laboratorium. Also eine lokale Open Data-Schmiede unter dem Dach des von der Open Knowledge Foundation initiierten Projekts Code for Germany. Mittlerweile gibt es an die zwanzig lokale „Code Labs“, von Hamburg bis Freiburg, von Köln bis Dresden, in denen Programmierer und Bürger ehrenamtlich und gemeinsam aus Verwaltungsdaten nützliche Web-Anwendungen oder Visualisierungen bauen.

Das Besondere am Code for Niederrhein-Lab wäre der überregionale Ansatz – der angesichts der Lage von Moers, eingebettet in das urbane Gefüge des westlichen Ruhrpotts, mehr als sinnvoll wäre. Datenarbeit muss und sollte nicht an Stadtgrenzen halt machen, vor allem da, wo Bürgerinnen und Bürger regional ohnehin sehr beweglich sind.

Die Chancen, dass es auch am Niederhein ein Code for Germany-Lab geben wird, stehen gut: Nach dem Moerser Hackday bekundeten über zehn Aktivisten ihr Interesse, eine solche Open Data-Arbeitsplattform aus der Taufe zu heben. Möge es gelingen! Apropos „Aktivisten“: Die Datenarbeiter-Szene, nicht nur in und um Moers, leidet akut noch unter Frauenmangel.

Transparentes Rathaus

Transparentes Rathaus: gute Aussichten in Moers. Nicht nur beim 1. Hackday am Niederrhein.

Daten übersetzen – für alle

Und was haben die Hacker, Open Data-Enthusiasten und Cyber Freaks im Rathaus zu Moers produziert? Dr. Anke Knopp von der Bertelsmann Stiftung, gemeinsam mit Claus Arndt von der Stadtverwaltung – und Mister Open Data der kommunalen Szene – Initiarorin des Hackdays, hat die Ergebnisse des Hackdays in ihrem Blog dokumentiert. Die Bandbreite war groß und zeigt, welcher Nutzen in Verwaltungsdaten steckt, wenn sie von Datenarbeitern übersetzt werden. Dadurch können Bürger, die nicht selbst „Rohdaten lesen“ können, auch von Open Data profitieren. So arbeiteten einige der Hacker-Gruppen mit Verkehrsdaten – um Baustelleninformationen aufzubereiten oder Informationen, wie schnell in Tempo 30-Zonen tatsächlich gefahren wird. Andere Coder bastelten an einer Lärm-App. Ebenfalls im Visier der Hacker: die Haushaltsdaten der Stadt – mittlerweile wohl ein Klassiker der Open Data-Anwendungen. Und immer wieder hilfreich, um Haushaltsvolumen optisch eingängig zu visualiseren.

Power in der Peripherie

Abschließend bleibt festzustellen: Engagierte Bewegungen – und „Beweger“ – wie in Moers sind wichtig, um Open Data und die Öffnung von Politik und Verwaltung in die Fläche zu bringen. Die meisten Bürger leben nicht in Hotspots wie Berlin oder Hamburg – wo es mittlerweile eine gut vernetzte Szene rund um das Arbeiten mit Daten gibt – sondern in kleineren Städten wie Moers. Der erste Hackday in Moers hat gezeigt, dass es auch in der Peripherie viel Kreativität, Power und Kompetenz im Umgang mit offene Daten gibt. Und er zeigt, wie eine Stadtverwaltung aktiv den für die Öffnung von Staat und Verwaltung notwendigen Kulturwandel vorantreiben kann: indem sie ganz einfach Open Data „macht“. Schritt für Schritt. Und in enger Kooperation mit der Szene. Weiter so!

]]>
0
Kirsten Wohlfahrt <![CDATA[Social Media Week Hamburg: Daten zum Sprechen bringen – und Menschen mobilisieren]]> http://www.gov20.de/?p=7121 2015-03-30T04:51:20Z 2015-03-07T19:47:18Z get connectedAutorin: Kirsten Wohlfahrt, Government 2.0 Netzwerk, Gründerin des Stammtischs Open Government Hamburg, Mitglied im Beirat der Social Media Week Hamburg 2015

Wie bringt man Daten zum Sprechen? Was ist das Hamburger Transparenzportal oder das Portal GovData.de? Wie kann man mit offenen Daten aus Politik und Verwaltung – Open Data – arbeiten? Und wenn man selbst nicht programmieren kann: Wer hilft einem, Open Data für seine Zwecke einzusetzen?

Das waren Fragen, mit denen sich das Government 2.0 Netzwerk Deutschland e.V. in drei Veranstaltungen auf der Social Media Week Hamburg Ende Februar beschäftigt hat. Im dritten Jahr haben wir dort Sessions rund um unser großes Thema „Open Government“ und seine Facetten Transparenz, Partizipation und Zusammenarbeit gestaltet.

Her mit den Daten – der Moerser Weg zu Open Data in der Schule

Moers hat als eine der ersten Kommunen Deutschlands seit zwei Jahren ein Open Data-Portal. Das bereichert auch den Unterricht an Moerser Schulen. Claus Arndt, Referent des Moerser Bürgermeisters für E-Government und Neue Medien und u.a. zuständig für den Web-Auftritt, Social Media und das Open Data-Portal der Stadt, stellte vor, wie in Moers, der Stadt am westlichen Zipfel des Ruhrgebiets, im Schulunterricht mit Daten gearbeitet wird. Seit Frühjahr 2014 sind in einer 9., 11. und 12. Klasse am Gymnasium Adolfinum in den Fächern Politik / Wirtschaft sowie Sozialwissenschaften offene Daten im Einsatz. Unterstützt wird das Projekt von E-Government-Studenten der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort. Ziel ist es, ein Vorgehensmodell für den Einsatz offener Daten im Unterricht zu veröffentlichen.

Würfel

Bausteine für Open Data – eines der Themen auf der Social Media Week 2015 in Hamburg.

Das Open Data-Schulprojekt lebt vom Engagement der beteiligten Personen. Es sei, so Claus Arndt, gar nicht einfach gewesen, eine Schule zu finden, die sich für das Experiment erwärmen konnte. Experimentiert haben die Schüler mit Daten zu Wahlen und zum kommunalen Haushalt. Themen, die im Lehrplan stehen, aber durchaus trockener Natur sein können. Nicht so, wenn die Informationen, die sich hinter den Daten verbergen, dazu genutzt werden, Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler herzustellen. Wo zum Beispiel haben die Menschen in der Gegend, wo die Schüler wohnen, am Wahltag ihr Kreuzchen gemacht? Wieviel Geld ist im Haushaltsplan für die Musikschule, für Jugendclubs, Sportplätze vorgesehen? Ein schöner Effekt, so Claus Arndt: Die Schüler kamen im Zuge der Daten-Auswertung immer schnell ins Diskutieren. Mittlerweile will eine zweite Schule offene Daten im Unterricht ausprobieren.

Tipps und Tricks für das Arbeiten mit Open Data

Weiter ging es mit einer „Gebrauchsanweisung für Open Data“. Wie man mit offenen Daten, zum Beispiel im Hamburger Transparenzportal oder im verwaltungsübergreifenden Datenportal GovData arbeitet, und welchen Nutzen Daten haben können – für Journalisten, engagierte Bürger, letztendlich auch das demokratische Gefüge – zeigten der Datenjournalist Martin Virtel von OpenDataCity, Christian Heise, Mitglied des Vorstands der Open Knowledge Foundation e.V., sowie Christian Horn, der seit Anfang des Jahres die neu gegründete Geschäfts- und Koordinierungsstelle des GovData-Portals leitet.

Datenportale sind quasi Suchmaschinen für Informationen – Daten, Dokumente – aus Politik und Verwaltung. Doch wenn man sie gefunden hat, dann stehen sie erst einmal da. Ohne Erklärung, ohne Bilder zu erzeugen. Das potenzielle Wissen, welches sich hinter den Bits and Bytes verbirgt, muss gehoben werden. Martin Virtel stellte das am Beispiel des Projekts LobbyPlag vor. Hier machen Journalisten durch Sortieren und Visualisieren von Informationen sehr eingängig sichtbar, wie Parlamentarier und Lobby-Organisationen in über 3.000 Änderungsanträgen Einfluss auf die künftige Datenschutzgrundverordnung der EU genommen haben.

Wer nicht selbst „Daten interviewen“, also ihren Gehalt in Geschichten übersetzen kann, der kann sich Hilfe suchen. Zum Beispiel in den so genannten OK-Labs des Projekts Code for Germany. Hier treffen Bürgerinnen und Bürger, Aktivisten, Journalisten auf Menschen mit der Fähigkeit, mit Daten zu arbeiten. Gemeinsam können sie Fragestellungen oder Projekte vorantreiben, bei denen Open Data eine wichtige Primärquelle sind.

Für konkrete Tipps und Tricks, wie man mit Daten umgehen kann, haben wir übrigens ein Pad eingerichtet. Unter https://pad.okfn.org/p/SMWopenHH kann man nachlesen, was unsere Experten zu konkreten Fragen zu Open Data geantwortet haben.

Druck auf der Straße – und im Internet

In einer letzten Session beleuchten wir politische Beteiligung im Internet – um zu erfahren, was Menschen bewegt, sich einzumischen. Online und offline. Mit Volker Gaßner, Teamleiter Presse, Recherche und Neue Medien Redaktionsleitung, Greenpeace Deutschland, sowie Dr. Kathrin Voss, Politikwissenschaftlerin und freiberufliche Kommunikationsberaterin, diskutierten wir die Chancen und Grenzen von Online-Beteiligung und Kampagnen.

Wie bewegt man Menschen - offline und online? - Im MakerHub während der Social Media Week Hamburg intensiv diskutiert

Wie bewegt man Menschen – offline und online? – Im MakerHub während der Social Media Week Hamburg intensiv diskutiert

Eine „Kampagne“ ist dabei für Greenpeace die „Inszenierung eines Streites in der Öffentlichkeit“. Kampagnen müssen Menschen emotional erreichen, um sie zu mobilisieren. Kampagnen – offline und online – funktionieren dann, wenn sie eine Veränderung im echten Leben zum Ziel haben. Reine Online-Kampagnen hätten zwar oft eine gute Wirkung, aber oft nur kurzfristig. Anhand der Detox-Kampagne von Greenpeace, die zum Ziel hat, Textikonzerne dazu zu verpflichten, bei der Herstellung ihrer Kleidung keine giftigen Chemikalien mehr verwenden, skizzierte Volker Gaßner, wie Druck auf der Straße bzw. in Jeans-Läden zielgerichtet und machtvoll dazu genutzt werden kann, etwas zu verändern.

Und wer beteiligt sich, analog oder im Netz? Es sind eher die Menschen, die ohnehin ein Bewusstsein für politische oder für sie relevante Themen haben. Kein überraschender Befund also. Wir seien bei Online-Beteiligungsverfahren daher noch im Beta-Stadium, sagte Dr. Kathrin Voss. Und das bei hohen Erwartungen der Politik an Beteiligungsquoten. Dabei sei Qualität der Beteiligung wichtiger als Quantität, so die beiden Beteiligungs-Experten auf dem Podium.

Der „Moerser Weg“: nachmachen erwünscht!

Das gilt wohl auch für den Einsatz von Open Data bei journalistischen oder Bürger-Projekten. Es ist utopisch, davon auszugehen, dass selbst bei steigender Digitalisierung der Gesellschaft die Masse ständig und stets auf Datensätze des Staates zugreifen würde. Das muss es auch gar nicht. Es kommt eben auf die „Betroffenheit“ und Ziele an. Ein guter Einstieg ist sicher der Moerser Weg, Daten in den Schulunterricht zu integrieren. Wo, wenn nicht in der Schule den Umgang mit Daten lehren – und den Nutzen von Primärquellen wie das Datenportal „meiner“ Stadt?

Natürlich ist das Moerser Schulprojekt ganz „Open Data“. Das für den Sommer avisierte Vorgehensmodell, quasi eine Anleitung, wie und mit welchen Schritten offene Daten im Unterricht eingesetzt werden können, kann dann auch von anderen Schulen oder Bildungsträgern für eigene Wege hin zu mehr „Open“ in der Schule genutzt werden. Nachmachen ausdrücklich erwünscht!

]]>
0
Gov20 Netzwerk <![CDATA[Terminhinweis: Open Data-Hackday in Moers, 21./22. März 2015]]> http://www.gov20.de/?p=7114 2015-02-28T20:04:21Z 2015-02-28T19:59:09Z Hackday MoersDer Monat März steht traditionell im Zeichen der IT-Großereignisse – begangen in den Hallen der Messe Hannover anlässlich der CeBIT. In diesem Jahr gibt es aber noch ein anderes wichtiges Ereignis in der Welt der Bits and Bytes: den Hackday Niederrhein. Veranstaltet wird er in Moers, einer der ersten Kommunen in Deutschland, die ihre Daten in einem Open Data-Portal frei zur Verfügung stellen.

Um was geht es?

Die Stadt Moers veranstaltet gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung am Samstag, 21. März 2015, und Sonntag 22. März 2015, einen Open Data-Hackday in Moers. Jeder kann mitmachen.

Gehackt – also gearbeitet – wird mit Daten der öffentlichen Verwaltung: mit Open Data. Jeder, der kreativ eine datenbasierte Lösung für eine Fragestellung oder ein Thema finden möchte, ist eingeladen, gemeinsam mit den anderen Teilnehmern eine Lösung hierfür zu erarbeiten. Ziel ist es, damit einen gesellschaftlichen Mehrwert herzustellen.

Willkommen sind auch Interessierte, die einfach nur mehr über das Thema Open Data erfahren möchten.

Und sonst?
„Fantastisch“ wäre es, so die Veranstalter, wenn im Rahmen des Hackdays der Anstoß für ein „Code for Niederrhein Lab“ gegeben werden könnte. Daher gibt es im Moerser Rathaus auch einen Input zur übergreifenden Initiative Code for Germany.

Wann?
Los geht es am Samstag, 21. März, um 10 Uhr.

Wo?
Im Rathaus Moers.

Weitere Informationen: http://hackday.moers.de/

Offene Daten der Stadt Moers findet man hier: www.offenedaten.moers.de

]]>
0
Anke Domscheit-Berg <![CDATA[Nationaler Aktionsplan Open Data: Bericht vom Meilenstein-Workshop]]> http://www.gov20.de/?p=7055 2015-02-28T19:47:40Z 2015-02-01T12:31:58Z aktionsplam bmiDie Bundesregierung hat im Juni 2013 die Open Data Charta der G8 unterzeichnet und sich damit zu konkreten Handlungsschritten verpflichtet. Mit einiger Verspätung wurde nun ein Aktionsplan Open Data unter Federführung des BMI entworfen, der diese Verpflichtungen enthält. Die Verpflichtungen und ein Monitoring dazu gibt es online. Im Aktionsplan findet sich die Verpflichtung, die Zivilgesellschaft einzubeziehen, der bisher einzige dort genannte Meilenstein ist ein Workshop des BMI mit der Zivilgesellschaft – er fand am 27.01.2015 in Berlin statt. Ich habe an diesem Workshop teilgenommen und möchte hier kurz meine Eindrücke zusammenfassen. Wir waren Vertreter*innen der folgenden NGOs: Transparency International, Open Data City, CodeforDE, Open Knowledge Foundation, FFN, Creative Commons Deutschland, CoLab, Digitale Gesellschaft, Stiftung Neue Verantwortung, Wikimedia sowie das Government 2.0 Netzwerk Deutschland e.V., für das ich teilnahm. Von Seiten BMI waren zwei Vertreter der Abteilung O mit Fachverantwortung für Open Data anwesend.

Vom Bundesinnenministerium wurden zuerst die vier Verpflichtungen der Bundesregierung aus dem Aktionsplan vorgestellt:

1. Verpflichtung: Richtungssignal vorgeben für offene Daten in Deutschland

  • Angestrebt wird eine gesetzliche Open Data Regelung, mit  der  die  Veröffentlichung  von Verwaltungsdaten mit einheitlichen Beschreibungen, in maschinenlesbaren Formaten und unter Verwendung  offener  Lizenzen  oder  anderer einschlägiger  Instrumente zum  Grundsatz  erklärt wird. (Anmerkung: was diese einschlägigen Instrumente sind, wurde nicht weiter konkretisiert)
  • Angestrebt wird eine Regelung im Wege einer Nutzungsverordnung, die auch die internationale Datenverwendung sicherstellen soll, Basis wird laut Aktionsplan die internationale Definition von “offen”.
  • Dazu gehört auch das Erstellen einer Studie zu Einnahmen/Kosten, die im Zusammenhang mit dem Verkauf von Daten durch die öffentliche Hand entstehen. Diese Studie befindet sich gerade im Vergabeprozess, mit Ergebnissen wird im Herbst 2015 gerechnet. Sie soll die häufigen Fragen beantworten nach: Wo verdient der Staat überhaupt tatsächlich am Verkauf von Daten? – und wo ist es nur ein vermeintlich gutes Geschäft, weil die Kosten die Einnahmen übersteigen? Wo sind staatliche Stellen gesetzlich verpflichtet, Daten zu verkaufen (wie z.B. beim Wetterdienst, der gewinnorientiert arbeiten muss).
  • Außerdem soll eine Handreichung entwickelt werden, die bei Vergabeprozessen und der Entwicklung von IT-Systemen hilft, sie so zu gestalten, dass eine spätere Offenlegung von Daten einfach umsetzbar ist.

2. Verpflichtung: Veröffentlichung von Daten

  • Veröffentlichung von mind. 2 Datensätzen bis Ende Q1 2015 je oberste Bundesbehörde, Bundesoberbehörde, Bundesmittelbehörde (über die Ehrgeizigkeit dieses Ziels kann man trefflich streiten, Fakt ist, dass selbst 2 Datensätze pro Bundesbehörde schon ein echter Fortschritt wären)
  • Problem: vielerorts ist selbst in Behörden nicht bekannt, welche Daten überhaupt vorhanden sind – man denkt in Akten, nicht in Daten (Anmerkung: der gesamte Aktionsplan Open Data meint mit Open Data nicht etwa die Offenlegung von Public Sector Information – die sehr wohl auch alle Arten Berichte, Akten, Gutachten, Protokolle etc. mitmeint, sondern ausschließlich Rohdaten in Form nackter Zahlen)
  • Der Fokus soll auf Daten mit hohem Nutzwert liegen

3. Verpflichtung: Veröffentlichung auf nationalem Open Data Portal

  • Das nationale Datenportal GovData.de läuft als Projekt des IT-Planungsrats jetzt im Regelbetrieb
  • Standards für Metadaten befinden sich noch in Entwicklung

4. Verpflichtung: Konsultation, Engagement, Erfahrungsaustausch

  • Umfaßt Kooperation mit der Zivilgesellschaft (dieser Workshop ist Teil davon), aber auch mit Wirtschaft, Wissenschaft und internationalen Akteuren (z.B. hinsichtlich Einbindung in europäische Dateninfrastruktur)

In der nachfolgenden Debatte wurden viele Fragen gestellt und beanwortet, so wissen wir nun, dass mit dem Thema Open Data insgesamt drei Personen im BMI beauftragt sind, die auf sehr begrenzte Budgets innerhalb des Topfes “Digitale Verwaltung 2020” zugreifen können. Diese Ressourcen sind absolut ungenügend, zumal zwar die Federführung im BMI erfolgt, aber alle anderen Bundesressorts ebenfalls Open Data Aufgaben zu erledigen haben – aber ohne irgendwelche zusätzlichen Ressourcen. Das verursacht natürlich Probleme, spätestens dann, wenn es um Offenlegung als Standard und nicht mehr nur um zwei Datensätze geht.

Das in Gänze sehr konstruktive Meeting hatte manchmal trotzdem einige absurde Momente, etwa als meine Bitte, die Liste der Open Data Ansprechpartner der anderen Bundesministerien zu veröffentlichen, mit Verweis auf den Datenschutz abgelehnt wurde. Darauf, dass OPEN (!) DATA Verantwortliche einen Geheimstatus genießen könnten, wäre ich im Leben nicht gekommen, mir scheint das ein Widerspruch in sich. Immerhin ist hier das letzte Wort nicht gesprochen, das BMI will sich noch einmal intern mit diesem Wunsch beschäftigen. Notfalls werden wir über fragdenstaat.de diese Liste in Erfahrung bringen.

Wünsch-Button auf data.gov.ukDa wir nach Wünschen und Anregungen zum Thema Open Data gefragt wurden, habe ich (wieder einmal) vorgeschlagen, das govdata Portal um eine Art “Datenwünsch” Button zu ergänzen. Solche “Wünsch-Dir-Was” Buttons sind internationaler Standard, aber selbst in Deutschland gibt es Portale wie das Open Data Portal der Stadt Rostock, die so einen Button haben – inklusive transparenter Veröffentlichung aller Datenanfragen verbunden mit Ampelstatus und Behördenfeedback.

Leider wird es auch diesen Button nicht in absehbarer Zeit geben, die Widerstände dagegen seien zu groß und kämen von vielfältigen Seiten, man fürchte Mehraufwände, Leistungsdruck durch Transparenz, generell würde der Eindruck entstehen, man wäre nicht so wirklich für eine Öffnung… ja, das war auch mein Eindruck. Diese Forderung der Community ist schon etliche Jahre alt. Ich hatte gehofft, mit diesem G8 Aktionsplan im Rücken – einem endlich konkreteren Papier zum Thema Open Data in Deutschland – gäbe es bessere Chancen, Nutzerinteressen durchzusetzen, aber dem scheint nicht so zu sein. Dabei wäre es sogar eine Arbeitserleichterung für die Mitarbeiter*innen im BMI, da sie dann weniger Doppelanfragen und unstrukturierten Anfragen mehr per Email erhalten würden.

Die Community – allen voran die Open Knowledge Foundation wird nun prüfen, inwiefern sie dieses Leistungsversagen des Staates selbst durch ehrenamtliche Arbeit ausgleichen und eine Plattform zum Daten-Wünschen entwickeln – ähnlich wie bereits die Plattform fragdenstaat.de für Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz in ehrenamtlicher Arbeit entstand.

Auch die Erwartungen beider Seiten wurden ausgetauscht. Das BMI erhofft sich von einer weiteren Zusammenarbeit einen Sparringspartner mit Sachkompetenz, Hilfe bei der Strukturierung von Prozessen und kreativen Input. Die NGOs wiederum erwarten, dass ihr Input ernst und auf Augenhöhe entgegen genommen wird, dass wir vom Stadium des “wir müssen erst noch alle überzeugen” irgendwann übergehen ins Stadium “jetzt gibt es eine Anordnung und die ist umzusetzen”. Wir erhoffen uns aber auch Tipps und Anregungen, wo und wie wir am besten wirken können, um den Prozess zu beschleunigen. Diese Hoffnung wurde am wenigsten erfüllt. Es war erkennbar, dass die Mitarbeiter*innen des BMI nicht wagten, deutlicher zu werden, egal wie und wie oft man danach fragte, wo denn die Widerstände besonders groß wären und wie man beim Bohren der dicken Bretter denn am wirkungsvollsten von außen helfen könnte.

Es wurden dann aber doch noch eine ganz Reihe konkreter Maßnahmen vereinbart:

  • Monatlicher Konferenzcall Zivilgesellschaft-BMI (Christian Heise übernimmt die Organisation)
  • Halbjährliche physische Treffen (Verantwortung BMI)
  • Teilnahme von BMI Vertreter*innen an Open Data Cities Veranstaltung (OK Labs) – zur Vernetzung auch mit Programmierern, die Open Data verarbeiten, für einen Austausch auf kurzen Wegen
  • Vernetzungs- und Ideenverantstaltung für die Ansprechpartner Open Data in Bundesbehörden und weitere interessierte Verwaltungsmenschen und Vertreter*innen der Zivilgesellschaft – Arbeit im World Café oder mit Speed-Dating, um möglichst viele Kontakte und Ideenaustausch zu ermöglichen und einen Know-how-Transfer von Open Data Experten zu “Anfängern” zu erreichen. Hintergrund war die Äußerung, dass viele Behörden selbst keinen Schimmer haben, was sie so für Daten haben könnten und vor allem, was man damit so schönes anstellen könnte. Die Verbindung zu erfahrenen Open Data Nutzer*innen könnte hier neue Ideen generieren und damit Akzeptanz für das Thema erhöhen. (BMI)
  • Das BMI wird eine Möglichkeit bereitstellen, online Feedback/Ideen/Wünsche von der Zivilgesellschaft entgegenzunehmen – bis dahin kann derartiges Feedback einfach per Mail an das Open Data Team geschickt werden (info(at)govdata.de).
  • Gewünscht wird z.B. Feedback, welche Datensätze aus den vom Bund “prioritär” bezeichneten Bereichen von besonderem Interesse sein könnten. Wem also Datenwünsche zu den folgenden Themen einfallen – laßt es das BMI wissen!

          Prioritäre Themenfelder:

    • Verkehr und Mobilität (hier sind Echtzeitdaten natürlich besonders spannend)
    • Energiewende
    • Klimawandel und Klimaschutz
    • Demographischer Wandel
    • (Netz-) Infrastrukturen
    • Öffentliche Einnahmen und Ausgaben

Wäre es zum Beispiel nicht richtig großartig, den Infrastrukturatlas der Bundesregierung zum Breitbandausbau für alle öffentlich zugänglich zu machen? Bisher können nur Unternehmen und/oder Mitarbeiter*innen von Verwaltungen an diese Karten ran, einen Grund kann ich dafür nicht erkennen. Zu öffentlichen Ausgaben beschrieb Anna-Maija Mertens von Transparency International, wie positiv sich in der Stadt Helsinki die Veröffentlichung nicht nur der geplanten öffentlichen Haushalte sondern der tatsächlichen Ausgaben (wieviel, wofür, an wen? wann? wo?) auswirkte. So fiel plötzlich auf, dass etwa Druckerpatronen von einigen Behörden für den doppelten Preis eingekauft wurden – solche Mehrausgaben lassen sich durch Transparenz vermeiden. Keine Frage, dass es auch die Korruption schwerer hat, in einem derart nachvollziehbaren System. Solche Daten zu veröffentlichen, wäre also eine großartige Idee. Auch in Großbritannien gibt es diese Informationen schon seit Jahren, online, durchsuchbar und einfach.

Einer unserer weiteren Wünsche, die Daten auf dem govdata Portal besser durchsuchbar zu machen, z.B. Filter für Verwaltungsebenen wie Bund/Land/Kommune anzubieten und nach Daten einzelner Behörden zu suchen, ist nach Aussage des BMI bereits in der internen Debatte, hoffen wir, dass es beim nächsten Update umgesetzt ist!

Mein Fazit: Die Open Data Mitarbeiter*innen des BMI sind offenbar ernsthaft an einem Austausch auf Augenhöhe interessiert, aber die Open Government Mühlen mahlen dennoch extrem langsam, die Widerstände in der Verwaltung selbst sind hoch, der Kulturwandel noch lange nicht erreicht. Wir bohren also weiter an den dicken Brettern, werden aber weiter aktiv am Kooperationsprozess der Zivilgesellschaft mit der Bundesregierung teilnehmen.

]]>
0
Kirsten Wohlfahrt <![CDATA[Februar 2015: Das Government 2.0 Netzwerk auf der Social Media Week Hamburg]]> http://www.gov20.de/?p=7041 2015-03-30T04:52:07Z 2015-02-01T10:06:48Z SMWhamburg2015_IMG_700x700Open Data im Allgemeinen (und in der Schule!), das Hamburger Transparenzportal im Besonderen, Datenjournalismus, Engagement im Netz und die Chancen und Grenzen von Online-Partizipation – das sind in diesem Jahr die Themen, mit denen sich das Government 2.0 Netzwerk Deutschland e.V. erneut bei der Social Media Week Hamburg einmischen wird. Im dritten Jahr gestalten wir nun diverse Sessions rund um unser großes Thema „Open Government“ – und seinen Facetten Transparenz, Partizipation und Zusammenarbeit.

Am 23. und 24. Februar 2015 wird das Government 2.0 Netzwerk diese Themen in drei Sessions vertiefen.

Open Data @ Schule

Am 23.2.2015 geht es los mit der Session „Lernen? Her mit den Daten! Schule 2.0 – Open Data im Unterricht – ein Beispiel aus der Praxis in Moers“. Daten sind Informationen – und aus Informationen entsteht Wissen. Wissen auch für die Schule? Noch sind Open Data-Portale wie das Hamburger Transparenzportal als Recherchequelle im Schuluntericht die Ausnahme.

Doch in der Stadt Moers, die zu den ersten Städten Deutschland gehört, die ein Open Data-Portal eingeführt haben, tut sich etwas: Dort hat die Stadtverwaltung mit dem Gymnasium Adolfinum und der Hochschule Rhein-Waal das Projekt „Open Data und Schule“ gestartet. Seit Frühjahr 2014 sind in einer 9., 11. und 12. Klasse in den Fächern Politik / Wirtschaft sowie Sozialwissenschaften offene Daten im Einsatz. Ziel ist es, ein Vorgehensmodell für den Einsatz offener Daten im Unterricht zu veröffentlichen, das auch auf andere Schulen übertragbar ist.

Welche Erfahrungen hat Moers mit offenen Daten in der Schule gemacht? Und könnten offene Daten im Schulunterricht auch für Hamburg eine Option sein? Das diskutieren wir mit Claus Arndt aus Moers. Er ist Referent des Bürgermeisters für E-Government und Neue Medien und u.a. zuständig für den Web-Auftritt, Social Media und das Open Data-Portal der Stadt.

Gebrauchsanweisung für Open Data

Weiter geht es am 24.2.2015 mit einer „Gebrauchsanweisung für Open Data“. Wenn man in Hamburg über die Öffnung von Staat und Verwaltung spricht, kommt man natürlich nicht am Transparenzportal vorbei, das im September 2014 an den Start gegangen ist. Hier finden Interessierte Tausende von Dokumenten und Daten aus Politik und Verwaltung. Das Portal ist eine wichtige Recherquelle, nicht nur für Journalisten, sondern auch für engagierte Bürgerinnen und Bürger oder Vereine, die zu Themen arbeiten, welche ihnen auf den Nägeln brennen.

Doch wie funktioniert ein Open Data-Portal wie Transparenzportal Hamburg, oder das übergreifende Datenportal GovData – ein Datenportal, in dem Interessierte Daten aus verschiedenen Verwaltungen Deutschlands – Bund, Länder, Kommunen – finden? Wie entstehen aus den darin enthaltenen Informationen weiterverwertbares Wissen und Geschichten? Darüber sprechen wir mit dem Datenjournalisten Martin Virtel, OpenDataCity, Christian Heise von der Open Knowledge Foundation e.V. sowie Christian Horn von der Geschäfts- und Koordinierungsstelle GovData.

„Digitale Bürger“ und Partizipation

Daten sind Informationen, aus Informationen entsteht Wissen. Informationen und Wissen wiederum sind eine zentrale Zutat für Beteiligungsverfahren. In einer letzten Session beleuchten wir politische Beteiligung im Internet – mit den Fragestellungen: Was funktioniert bei Online-Partizipation? Wird sie von den Politikern überhaupt wahrgenommen? Und wie gehen zivilgesellschaftliche Organisationen mit den vielen Möglichkeiten der Online-Kampagnen um? Wer beteiligt sich? Wie lassen sich Menschen online mobilisieren?

Wir diskutieren das Beteiligungpotenzial der „digitalen Bürger“ und Chancen und Grenzen der Online-Partizipation gemeinsam mit Volker Gaßner, Teamleiter Presse, Recherche und Neue Medien Redaktionsleitung, Greenpeace Deutschland, sowie Dr. Kathrin Voss, Politikwissenschaftlerin und freiberufliche Kommunikationsberaterin.

Interesse an den Sessions? Es gibt noch freie Plätze! Anmelden kann man sich über die Webseite der #smwhh: http://socialmediaweek.org/hamburg/

]]>
1
Kirsten Wohlfahrt <![CDATA[Terminhinweis: Offene Kommunen.NRW – Mehr Energie!]]> http://www.gov20.de/?p=7005 2015-02-01T14:31:33Z 2014-10-29T15:53:51Z Das Kompetenznetz Bürgerhaushalt veranstaltet am 08. November 2014 zum vierten Mal die Tagung Offene Kommunen.NRW in Wuppertal. In Theorie und Praxis ist das Thema der Tagung Open Government und Open Data in Kommunen. Von besonderer Aktualität ist dieses Mal, dass es in Wuppertal bald einen Dezernenten geben wird, der sich genau dieses Themas annehmen soll – das gibt ggf. zusätzlichen Stoff für Diskussionen.

Auf der Tagung geht es um Transparenz, Beteiligung, Engagement und Kooperation in Kommunen sowie um Energie in doppelter Hinsicht:

Einerseits ist es dringend erforderlich, dass Open Government in den Kommunen mit mehr Energie vorangetrieben wird. Mehr Transparenz, Beteiligung, Engagement und Kooperation kommen nicht von allein über die Kommunen, sondern erfordern von Politik, Verwaltung und Bürgern bewusste Anstrengungen. Bei Offene Kommunen.NRW stehen die Bürger im Mittelpunkt und können ihre eigenen Themen auf die Agenda setzen. Die Programmplanung erfolgt gemeinsam mit den Teilnehmern am Veranstaltungstag selbst.

Andererseits soll in diesem Jahr mit dem Werkzeugkasten des Open Government gezielt das Handlungsfeld Energie in den Blick genommen werden. Wie kann man die Energiewende auf kommunaler Ebene mit Hilfe von mehr Transparenz, Beteiligung, Engagement und Kooperation vorantreiben? Auf der Webseite www.oknrw.de gibt es hierzu zahlreiche Anregungen.

Kurz und knapp:

Tagung: Offene Kommunen.NRW – Mehr Energie!

Veranstaltungsort: Bergische VHS, Auer Schulstraße 20, 42103 Wuppertal-Elberfeld Zeit: 08. November 2014, 09:30-17:30 Uh

Anmeldung: Teilnahme kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten via www.oknrw.de.

Zielgruppe: Bürgerinnen und Bürger, (Kommunal)Politiker, Mitarbeiter der Verwaltung, Wissenschaftler, Unternehmer und alle mit Interesse an mehr Beteiligung, Engagement, Kooperation und Transparenz in Kommunen.

Offene Kommunen.NRW auf Facebook https://www.facebook.com/events/636696559783827/?context=create&ref_dashboard_filter=past&source=49&sid_create=145885304#

Offene Kommunen.NRW auf Twitter: @OKNRW Hashtag #oknrw

 

]]>
0