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Nationaler Aktionsplan Open Data: Bericht vom Meilenstein-Workshop

1. Februar 2015 – 13:31 | Kein Kommentar | 10.939 Aufrufe

Die Bundesregierung hat im Juni 2013 die Open Data Charta der G8 unterzeichnet und sich damit zu konkreten Handlungsschritten verpflichtet. Mit einiger Verspätung wurde nun ein Aktionsplan Open Data unter Federführung des BMI entworfen, der diese …

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Ein quasi globales Data.gov entsteht – World Government Data Store beim Guardian


Passend zum Launch des britischen Datenportals www.data.gov.uk (siehe unseren Blogpost dazu), ist der ebenfalls britische Guardian noch einen Schritt weitergegangen – er bietet eine Plattform für ein globales Datenportal mit allen auf data.gov Portalen veröffentlichten Daten.

Guardian global Data Store

Unter dem Stichwort „Search the world’s government data here“ kann man nun die Hundertausenden Datensätze der Datenportale einer wachsenden Länderzahl durchsuchen, egal ob es um Geburten in England oder die geographische Verteilung zerstörter Dörfer in Darfur geht, selbst öffentliche Barbecues in Australien lassen sich über diese Meta-Datenbank finden.

Es wird zunehmend deutlicher, welche Länder Datensätze über eigene data.gov Portale zur Verfügung stellen und welche Länder weiterhin „weiße Flecken“ auf der Datenlandkarte bleiben. Aktuell umfasst das Meta Datenportal Daten aus den Ländern:

  • Australien
  • England
  • Neuseeland
  • USA

Die Daten sind nach den Kategorien Landwirtschaft, Kriminalstatistik, Kultur und Sport, Verteidigung, Drogen und Alkohol, Wirtschaft, Bildung, Energie, Umwelt, Gesundheit, Bevölkerung und Transport sortierbar.

Das Portal informiert den Nutzer ausführlich darüber, wie man die Datenbank am besten nutzt und gibt Tipps für den Datenexport. Der Daseinszweck wird beschrieben mit:

The aim of the Data Store is to make important data more accessible to people. With that in mind, we are publishing the facts and figures using tools that anyone can use for whatever needs they have.

An einem Guardian Hackday wurden in 24 Stunden bereits viele Anwendungen entwickelt, die diese (und andere vom Guardian veröffentlichten) Daten verwenden. In der Apps Gallery kann man sich diese und neu hinzukommende Anwendungen (Apps) ansehen – wer mit Blick auf diese Gallery noch daran zweifelt, dass Open Data ein echter Innovationstreiber ist, hat vermutlich das Prinzip von Innovation per se nicht verstanden.

Einige Beispiele: Transparenz ist auch ein Mittel, Handlung zu beeinflussen. Dazu kann vielleicht eine Anwendung beitragen, die den kummulativen CO2-Ausstoß der G20 sowie der nicht-G20 Länder seit 1751 darstellt.

atomare Sprengköpfe mit Reichweite nach BerlinEher beunruhigend ist die Anwendung Nukeometer, die nach Eingabe eines Ortes anzeigt, wie viele nukleare Sprengköpfe sich in der Reichweite befinden und in welchen Ländern diese stationiert sind.

Ein Test für Berlin ergibt 6.700 atomare Sprengköpfe, da ist sogar New York City besser dran, mit nur 6.404…

Auch eine Karte zu US-Amerikanern ohne Krankenversicherung stimmt inhaltlich eher depressiv. Aber man kann auch nach Vogelarten suchen (bei beakybirdsearch – für UK).

Amerikaner ohne Krankenversicherung

Wie zu erwarten, gibt es auch einen Blog zum Datastore sowie einen Twitteraccount (@datastore).

Die Guardian Datenbank enthält nicht nur die Daten der data.gov Portale verschiedener Länder, sondern auch alle sonstigen Daten, von denen in Artikeln des Guardian die Rede ist. Guardian Chefredakteur Alan Rusbridger erklärt seine Motivation:

„Every day we will publish the raw statistics behind the news and make it easy to export in any form you like. It is about freedom of information. But it is not a one-way process – we want you to tell us what you have done with the data and what we should do with it. The facts are sacred — and they belong to all of us“

Die globale Government Datenbank ist daher auch nur ein Teilbereich des Data Store, ein anderer liefert z. B.  Daten aus aller Welt zum Thema Umwelt und Klimawandel. Es ist sehr beeindruckend, wie in Zeitungen zunächst Daten hin zu Informationen verknüpft und verarbeitet wurden und inzwischen erkannt wird, dass die Daten selbst ebenfalls für die Leser von Bedeutung sind. Dies ist ein besonderer Mehrwert von Online Newsdiensten, den eine Printausgabe einfach nicht liefern kann.

Aber die Rolle von Online Medien bekommt hier noch eine andere Qualität. Durch Bereitstellung eines quasi globalen data.gov Portals, qualifiziert sich der Guardian zum Medium für den Weltbürger, den global citizen. Er übernimmt damit eine Aufgabe, die man eher einer UN Organisation zugeschrieben hätte. Das Gesetz vom Government 2.0: wenn öffentliche Organisationen bestimmte Services nicht online anbieten, wird es die Zivilgesellschaft tun (dazu gehören auch Herausgeber von Zeitungen), hat erneut seine Bestätigung gefunden.

Mal sehen, wann data.gov.de von einer deutschen NGO oder einer deutschen Zeitung angeboten wird… aber vielleicht ist die Bundesregierung ja doch schneller.

Eingereicht von auf 24. Januar 20102 Kommentare | 5.137 Aufrufe

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