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Nationaler Aktionsplan Open Data: Bericht vom Meilenstein-Workshop

1. Februar 2015 – 13:31 | Kein Kommentar | 10.973 Aufrufe

Die Bundesregierung hat im Juni 2013 die Open Data Charta der G8 unterzeichnet und sich damit zu konkreten Handlungsschritten verpflichtet. Mit einiger Verspätung wurde nun ein Aktionsplan Open Data unter Federführung des BMI entworfen, der diese …

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Das erste deutsche Bürgertelefon 115 jetzt auch über Twitter erreichbar


Das Bürgertelefon 115 wird in Deutschland in einigen Regionen nach dem Vorbild der US Citizen Services Hotline 311 pilotiert. Zu den Pilotregionen gehört neben Großstädten wie Berlin auch der Main Taunus Kreis in Hessen. Ein Besuch im Service Center lohnt sich – das 115 Büro ist modern gestaltet und effektiv organisiert.

Nun bietet der Main Taunus Kreis als erste deutsche Verwaltungshotline auch den Zugang über Twitter. Bürgerinnen und Bürger können über www.twitter.com/mtk115 Anfragen an die Stadtverwaltung als Tweet abschicken.

Persönliche Anfragen werden per Direktnachricht beantwortet und so nicht für andere einsehbar. Allgemeinere Fragen, z.B. zum Impfprogramm gegen die Schweinegrippe werden als öffentliche Nachricht auf dem @mtk115 Account beantwortet und erreichen damit einen größeren Kreis interessierter Bürgerinnen und Bürger. Wer regelmäßig Informationen aus dem Main Taunus Kreis erhalten möchte, kann die Tweets als „Follower“ auch abonnieren.

Anwendungen für Twitter durch die Verwaltung gibt es in Deutschland erst sehr wenige. Die Städte Hamburg, Köln und München twittern offiziell, in Hamburg und Köln haben sogar die Online Bürgerhaushalte ihren eigenen Twitteraccount (@haushaltkoeln und @HamburgHaushalt). Ansonsten ist Twitter in der deutschen Verwaltung eher noch Neuland, es überwiegen Skepsis und Unkenntnis genährt durch Berührungsangst.

Wenn man über die Grenzen schaut, entdeckt man jedoch viele kreative und sinnvolle Twitteranwendungen im Public Sector. Das Vorbild für den Main Taunus Kreis war die Stadt San Francisco, deren Bürgertelefon 311 auch auf Twitter erreichbar ist
(@sf311). Regelmäßig werden Anfragen gestellt und mit Service Request Nummer versehen, ebenso mit einer Angabe zur Zielbearbeitungsfrist.

Es geht auch noch kreativer: Die Stadt Boston sucht gestohlene Fahrräder über Twitter, die US Federal Emergency Management Agency verschickt Updates zu Krisensituationen als tweets (@FEMAinfocus), die Nasa twittert über ihre Expeditionen ins All (@nasa) ebenso wie etliche der Astronauten regelmäßig aus dem All ihre Eindrücke und Erlebnisse als Tweet an die Erde funken oder sogar einzelne Teleskope und Nasa Missionen regelmäßig twittern und zigtausende von Followern faszinieren.

Aber es geht auch irdischer – das US Bundesgesundheitsamt twittert zur Schweinegrippe (@cdc_eHealth) u.a. mit Links zu Videos mit Präventionstipps oder ganz praktischen Anleitungen, wie antivirale Medikamente sich in ein Getränk mischen lassen, wenn die Kleinsten krank werden. Mehr als 14.000 Follower informieren sich auf diese Weise, wie sie sich besser schützen können. Die Nutzenfrage ist da schnell beantwortet. Viele Bürgermeister in den USA wenden sich per Tweet an ihre Bürgerinnen und Bürger, um über ihre Aktivitäten  und Pläne zu berichten. Natürlich menschelt es dabei auch hier und da, aber der Vorwurf, bei Twitter würde man sich nur über die nächste Tasse Kaffee informieren, ist unberechtigt. Ich sehe es positiv, wenn man über Twitter neben dienstlichen Belangen auch einige persönliche Aspekte über Politiker erfährt. Fast alle können die Grenze zwischen belangloser Plauderei und interessanten Nebendetails richtig ziehen, die wenigen Ausnahmen sollten nicht von der Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Technologien abschrecken.

Wir freuen  uns, dass mit Main Taunus Kreis eine Landkreis – mit einem innovativen Landrat an der Spitze – die Vorreiterschaft in Deutschland übernommen hat. Es ist vielleicht kein Zufall, dass es keine der Großstädte war, die hier in Führung gingen. Möge er viele Nachahmer finden, denn nicht nur jüngere Bürgerinnen und Bürger, die mit social media im Alltag leben, werden solche Angebote schätzen.

Eingereicht von auf 17. November 2009Kein Kommentar | 1.800 Aufrufe

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