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Nationaler Aktionsplan Open Data: Bericht vom Meilenstein-Workshop

1. Februar 2015 – 13:31 | Kein Kommentar | 10.923 Aufrufe

Die Bundesregierung hat im Juni 2013 die Open Data Charta der G8 unterzeichnet und sich damit zu konkreten Handlungsschritten verpflichtet. Mit einiger Verspätung wurde nun ein Aktionsplan Open Data unter Federführung des BMI entworfen, der diese …

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D115 online – oder wie ein guter Ansatz digital werden kann


Ein Gast-Beitrag von Holger Kreis

Ein altes abgestelltes Auto, irgendwo an einem Bahndamm zwischen Düsseldorf und Köln. Eine nicht zu identifizerende Flüssigkeit leckt aus dem Motorraum. Welche offizielle Stelle informiert man über welches Medium, um diesen Missstand zu beheben?

Auf alle Fragen telefonisch eine Antwort

Die Frage nach der zuständigen Behörde innerhalb der Verwaltungsebenen muss man sich heute nicht mehr selbst stellen, sondern lässt sich über die zentrale D115 Servicenummer am Telefon direkt die Antwort geben. Zumindest dort, wo die kostenpflichtige Nummer schon erreichbar ist.

Hilfsmittel der kommunalen D115-Callcenter sind ein standardisierter dezentraler Wissenspool mit hunderten Verwaltungsleistungen, und, sofern ein Bürgeranliegen nicht sofort erledigt werden kann, die Möglichkeit ein Ticket an die zuständige Stelle zu senden.

Auf anderen Kanälen ausbaufähig

Soweit so gut. Zwar hebt das Potsdamer eGovernment Competence Center in einergerade erschienenen internationalen Vergleichsstudie die fortgeschrittene Standardisierung (XÖV) und die Vernetzung der Verwaltungsebenen hervor, regt aber auch eine Vertiefung des Angebotes oder den Ausbau zum Multikanalansatz an.

Über D115 lässt sich zwar meist herausfinden, wer, wann, wo und wie weiterhilft, durch die telefonische Aufnahme entsteht jedoch ein Medienbruch, der den direkten Weg zur Bearbeitung zunächst verbaut.

Eine offene und transparente Kommunikation zwischen Bürger und Verwaltung mit Hilfe des Internets wäre in vielen Fällen wünschenswert. Wesentlich schneller und einfacher ginge es, beispielsweise über eine App und geolokalsiert und mit einem Foto dokumentiert, aus einem Katalog kategorisierter Leistungen direkt einen Auftrag zu erzeugen.

Es geht also darum, öffentlichen Anliegen, die datenschutzrechtlich noch nicht einmal betrachtet werden müssen, auch im Internet ihren Raum zu geben. Dort können sie von anderen gesehen, kommentiert und -wer weiß- vielleicht auch einmal bürgerschaftlich gelöst bzw. behoben werden.

Open311 als Beispiel

Ein Blick hinüber in die USA beweist, dass die Zusammenführung von offenen Leistungskatalogen und verortbaren Anliegen in einen einheitlichen Standard praktikabel ist: Die dortige Servicenummer 311, wird seit letztem Jahr von einer einheitlichen API (OPEN311) für Apps und Mashups begleitet. Was hiermit zu erreichen ist, hat bereits 2010 Vivek Kundra, zur Zeit noch CIO der Obama Administration erklärt und dem GeoReport Open311-Standard zusätzlichen Schub gegeben.

Too often, people grumble that their complaints about government – be it city, county, state, or federal – get swallowed by the bureaucracy. Open311 is an answer to that problem, placing the role of service evaluator and service dispatcher in the power of citizens’ hands.

Diese operationalisierte Form von Bürgerbeteiligung findet in Deutschland noch viel zu wenig statt, die Bereitschaft ist jedoch hoch. Dies zeigen die Auswertungen vieler Bürgerhaushalte, wo nicht nur kommunale Finanzpolitik, sondern oft auch konkrete Vorschläge zum direkten Lebensumfeld lebendig diskutiert werden.

Eine Öffnung und Differenzierung der bei D115 zur Grunde liegenden Leistungsverzeichnisse als Open Government Data, zusammen mit einem erweiterten Standard zur Kommunikation öffentlicher Anliegen würde Deutschland nur gut tun. Für die Verwaltungen wäre es die Chance, durch neue Zugangskanäle Mitwirkung und Beteiligung zu fördern, Prozesse zu straffen und eigene Kompetenz zu dokumentieren.

Eingereicht von auf 21. Juni 2011Kein Kommentar | 13.056 Aufrufe

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