Feature »

Nationaler Aktionsplan Open Data: Bericht vom Meilenstein-Workshop

1. Februar 2015 – 13:31 | Kein Kommentar | 12.370 Aufrufe

Die Bundesregierung hat im Juni 2013 die Open Data Charta der G8 unterzeichnet und sich damit zu konkreten Handlungsschritten verpflichtet. Mit einiger Verspätung wurde nun ein Aktionsplan Open Data unter Federführung des BMI entworfen, der diese …

Weiterlesen »
Interviews

Interviews mit Protagonisten aus den Bereichen Open Government, Open Data, Transparenz, Partizipation, Verwaltungsmodernisierung…

Gastbeiträge

Gastbeiträge von Autoren aus der Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Community

Debatte

Kontroverses und Aktuelles – Debattenbeiträge zu den Themen Open Government, Open Data, Transparenz und Partizipation

Veranstaltungen

Terminhinweise zu und Berichte von Veranstaltungen, Kongressen, Hackdays, BarCamps…

Praxis

Bürgerhaushalte, Konsultationen oder Datenvisualisierung – gute Beispiele zeigen, wie es funktionieren kann

Start » Gov2.0 Netzwerk, News

Bundesbürger wünschen sich mehr Beteiligungsmöglichkeiten


Meinungsumfragen zu Open Government und Bügerbeteiligung scheinen in Mode zu sein: Nur wenige Wochen nach der von Microsoft in Auftrag gegebenen Studie nimmt sich auch SAS dem Thema an. Wie schon für Microsoft hat auch in diesem Fall forsa rund 1.000 Bundesbürgerinnen und -bürger befragt – mit ähnlichen Ergebnissen: Die Menschen wünschen sich umfassendere Informationen und eine bessere Beteiligung bei der Umsetzung von öffentlichen Großvorhaben und Projekten.

Hohe Erwartung an die Informationspolitik werden nicht erfüllt

Gut 9 von 10 Befragten erwarten, dass der Staat sie über Projekte und Maßnahmen informiert, von denen sie betroffen sind. 45% halten dies für sehr wichtig, 47% immerhin noch für wichtig. Nur jeder Zehnte zeigt sich nicht interessiert. Mit dem Grad der formalen Bildung steigt auch das Verlangen nach Information, signifikante Unterschiede in den verschiedenen Altersklassen hingegen sind nicht auszumachen. Jeweils über 80% der Befragten wünschen sich Informationen zu den Kosten, den Projektalternativen und -auswirkungen und zum Projekt selbst.

Richtig zufrieden mit der Informationspolitik des Staates sind die wenigsten. Nur rund ein Drittel ist einverstanden mit dem Grad der Informationsvermittlung der öffentlichen Hand über deren Projektvorhaben und Maßnahmen. Zwei Drittel sind unzufrieden mit den Informationen.

Der Bundesbürger zeigt sich verärgert

Rund Dreiviertel der Befragten haben sich in der letzten Zeit über öffentliche Maßnahmen und Infrastrukturprojekte geärgert. Die Kosten der Projekte (76%), Fehler bei der Planung (75%) und mangelhafte oder fehlerhafte Informationen(70%) rangieren auf den vorderen Plätzen, negative Auswirkungen auf die Umwelt (52%), fehlende Möglichkeiten, eigene Ideen und Vorschläge einzubringen (41%), und negative Auswirkungen auf das eigene Leben (38%)weiter hinten.

Fehlende Beteiligungsmöglichkeiten werden bemängelt

Der größte Teil der Bundesbürger sieht nicht, dass die öffentliche Hand „bei geplanten Infrastrukturmaßnahmen oder anderen politischen Großprojekten genügend Möglichkeiten bietet, sich zu beteiligen oder eigene Ideen einzubringen und Vorschläge zu machen“. Nur ganze 17% sehen die vorhandenen Maßnahmen als ausreichend an.

Befragte signalisieren hohe Beteiligungsbereitschaft

Die fehlenden Beteiligungsmöglichkeiten stehen einer hohen Beteiligungsbereitschaft gegenüber: Ähnlich wie in der Microsoft-Studie signalisieren die Befragten auch in dieser Umfrage eine hohe Bereitschaft, sich an E-Partizipationsverfahren zu beteiligen. 28% aller Befragten halten eine Teilnahme für sehr wahrscheinlich, 41% für vielleicht möglich. 29% – also weniger als ein Drittel – halten eine Beteiligung für unwahrscheinlich bzw. sehr unwahrscheinlich. Sehr auffällig: Bei Menschen mit einer formalen geringen Bildung (Hauptschulabschluss) ist die Bereitschaft zur Partizipation deutlich geringer ausgeprägt als bei Abiturienten. 47% schließen eine Teilnahme aus bzw. halten sie für eher unwahrscheinlich. Bei Höhergebildeten sind es nur 24%. Auch ältere Menschen über 60 Jahre sind deutlich zurückhaltender bei ihrer Bereitschaft zur Teilnahme an E-Partizipationsverfahren. Über die Gründe schweigt sich die Studie aus.

Fazit: hoher Anspruch, zu wenig Angebote

Das Fazit der Studie ist relativ eindeutig: Die Menschen würden sich gerne mehr einbringen, können es ihrer Ansicht nach jedoch nicht. Auch halten die Befragten die Informationen über Maßnahmen und Projekte der öffentlichen Hand, die sie ganz persönlich betreffen, für nicht ausreichend, gleichwohl sie diese für wesentlich erachten.

Worüber sich diese Studie genau wie die von Microsoft ausschweigt: Was hält die Menschen von einer tatsächlichen Beteiligung ab? Wer beteiligt sich tatsächlich, was sind die Gründe für eine Nicht-Teilnahme? Auffällig ist die Diskrepanz zwischen dem Beteiligungsanspruch und der tatsächlichen Partizipation, die in vielen Projekten im Promillebereich liegt.

Eingereicht von auf 4. Februar 2013Kein Kommentar | 4.946 Aufrufe

Kein Kommentar »

Schreibe einen Kommentar!

Schreibe deinen Kommentar unten oder sende einen Trackback von deiner Website. Du kannst auch diese Kommentare abonnieren per RSS.

Sei nett und freundlich. Bleibe beim Thema. Bitte kein Spam.

Du kannst diese Tags zur Formatierung verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Dieses Weblog nutzt Gravatare, um seinen Lesern ein Gesicht zu geben. Gravatar.