Feature »

Nationaler Aktionsplan Open Data: Bericht vom Meilenstein-Workshop

1. Februar 2015 – 13:31 | Kein Kommentar | 10.459 Aufrufe

Die Bundesregierung hat im Juni 2013 die Open Data Charta der G8 unterzeichnet und sich damit zu konkreten Handlungsschritten verpflichtet. Mit einiger Verspätung wurde nun ein Aktionsplan Open Data unter Federführung des BMI entworfen, der diese …

Weiterlesen »
Interviews

Interviews mit Protagonisten aus den Bereichen Open Government, Open Data, Transparenz, Partizipation, Verwaltungsmodernisierung…

Gastbeiträge

Gastbeiträge von Autoren aus der Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Community

Debatte

Kontroverses und Aktuelles – Debattenbeiträge zu den Themen Open Government, Open Data, Transparenz und Partizipation

Veranstaltungen

Terminhinweise zu und Berichte von Veranstaltungen, Kongressen, Hackdays, BarCamps…

Praxis

Bürgerhaushalte, Konsultationen oder Datenvisualisierung – gute Beispiele zeigen, wie es funktionieren kann

Start » Praxis

Erster deutscher Apps Wettbewerb gestartet: Apps 4 Berlin


Am 15.09.2010 wurde auf der x-innovations Konferenz in der Humboldt Universität Berlin der Startschuß gegeben für den ersten deutschen Apps for Democracy Wettbewerb: Apps 4 Berlin – unterstützt auch vom Land Brandenburg. Eingereicht werden können Ideen oder fertige Apps, für beide Kategorien gibt es Geld- und Sachpreise.

Für den Berliner Senat ist der Wettbewerb unter dem Dach der Landesinitiative Projekt Zukunft eine Förderung für den Cluster Kommunikation, Medien und Kreativwirtschaft in der Hauptstadtregion. Der Ideenwettbewerb soll Softwareanwendungen mit Bezug zur Hauptstadtregion anregen.

Erst Apps dann offene Daten?

Üblich war bisher bei derartigen Wettbewerben, dass zuerst öffentliche Daten bereitgestellt wurden, zu deren Verwendung und Visualisierung dann Apps zu entwickeln waren. Ein Open Data Portal für Berlin gibt es noch nicht, jedoch sind durchaus Bestrebungen im Gange, dieses Ziel zu erreichen. Rechtzeitig vor dem Wettbewerb war das nicht der Fall. Es bleibt zu hoffen, dass die Senatsverwaltung als Notlösung noch eine Übersicht verfügbarer Daten zusammenstellt, es ist ja nicht so, dass das Land Berlin keine Daten hätte oder diese nicht veröffentlicht. Sie liegen nur – wie auch in anderen Bundesländern – an sehr unterschiedlichen und schwer auffindbaren Orten im World Wide Dschungel herum.  Der Datenreichtum Berlins umfaßt nicht nur statistische Daten sondern auch Umweltdaten oder Daten aus dem Bereich der Stadtplanung (um nur einen sehr kleinen Ausschnitt zu nennen).

Wir werden berichten, wie es mit Blick auf Open Data weitergeht. Das Angebot des Government 2.0 Netzwerk e.V. und des Open Data Netzwerks, hier auch gern zu unterstützen gilt weiterhin. Einen ersten Austausch gab es bereits. Wir hoffen immer noch auf ein www.daten.berlin.de.

Die Rahmendaten des Apps4Berlin Wettbewerbs (laut Aussschreibung):

Der Wettbewerb läuft ab sofort bis zum 30. November 2010. Gesucht sind v.a. mobile Apps, die entweder Hauptstadtbezug haben oder bestimmten Nutzergruppen Vorteile bringen, z.B.

  • Apps, die die demokratische Teilhabe der Bürger eröffnen
  • Apps, die Informationen über Stadt und Land aufbereiten und die Orientierung unterstützen
  • Apps für Kultur und Bildung
  • Enterprise-Apps
  • Apps für Unterhaltung, Gesundheit, Geschichte,
  • Apps für Produkte und Dienstleistungen,
  • Apps für Freunde, Events und Partys und, und, und …

Bedingung: Ideen sind neu, thematisch, zeitlich und finanziell abgrenzbar und wurde noch nicht angeboten oder vermarktet. Ausnahmen sind genau beschrieben und richten sich nach den zwei Wettbewerbskategorien:

  1. Ideenwettbewerb – konzeptionelle Überlegungen dürfen bereits vorhanden sein
  2. Apps-wettbewerb für fertige Anwendungen oder Prototypen – hier darf die Anwendung schon entwickelt sein

In beiden Kategorien sind Markt- und Mitbewerberanalysen zulässig.

Teilnahmeberechtigt sind:

  • Schüler und Schülergruppen
  • Studenten und Studentengruppen
  • Interessenverbände und Organisationen
  • Kunst- und Kultureinrichtungen
  • Vereine und soziale Netzwerke
  • Unternehmen und Institutionen

Für alle gilt jedoch eine eher ungewöhnliche Voraussetzung: sie müssen ihren Sitz oder Wohnsitz bzw. die Betriebsstätte in Berlin oder Brandenburg haben. Es ist nicht nachvollziehbar, warum nicht jemand außerhalb dieser beiden Länder eine gute Idee mit Berlin Bezug entwickeln können sollte und es stellt sich die Frage, wie man im Einzelfall überprüfen will, wer woher kommt… Wird die Jury auch Meldebescheinigungen einsehen bevor eine Auszeichnung erfolgen kann?

Preise werden in den beiden Wettbewerbskategorien vergeben – und zwar an:

  • Schülergruppen
  • Studentengruppen
  • Unternehmen und Institutionen
  • Vereine und Netzwerke
  • Publikumspreis für die beste Berlin-App
  • eDemocracy-Award
  • Sonderpreis für Bildungs App
  • Sonderpreis für EnterpriseApp

Es winken Geldpreise (bis zu 1000 €), finanziert von den beiden Ländern, sowie Sachpreise und Entwicklerunterstützung, die durch Sponsoren beigesteuert werden.

In der Beschreibung der formellen Anforderungen wird deutlich, dass nicht zufällig die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen – Fachbereich Innovationsförderung – den Anstoß für den Wettbewerb gibt. Man denkt offenbar weniger an BürgerInnen, die mal eben eine Ideenskizze einreichen, für eine Anwendung, die sie schon immer haben wollten, und auch nicht an Freizeit-Hacker, die aus Spaß an der Freude und weil es ihrem Szeneruf gut tut, Apps für den Wettbewerb einreichen könnten… – denn diese werden kaum nationale und internationale Anbieter- und Wettbewerbsstrukturen analysieren und vermutlich weder eine Stärken- und Schwächenanalyse noch ein Verbreitungskonzept vorlegen. Alles dies sind jedoch formelle Anforderungen, die am ehesten von Unternehmen erfüllt werden könnten, die kommerzielle Apps herstellen.

Viele Bürgerapps sind jedoch möglicherweise nicht kommerzialisierbar im Sinne von „verkäuflich“, was nicht heißen muss, dass sie nicht erfolgreich Verbreitung finden können. Aber ein Entwickler, der einfach eine schöne App in die Welt setzen möchte, ohne daran zu verdienen, braucht Wettbewerbsanalysen nicht. Die Senatsverwaltung will Wirtschaft fördern, daraus wird kein Hehl gemacht, nicht umsonst wird in der Einleitung der Ausschreibung darauf hingewiesen, dass der Apps Weltmarkt im Jahre 2012 auf 15 Mrd € geschätzt wird. Berlin ist kreativ – vielleicht werden wir ja mal die Apps Hauptstadt. Vielleicht ist ja dieser Ansatz ja auch eine Anregung gerade für jene Hackerszene, dass sich Apps auch vermarkten lassen könnten und ein Nachdenken darüber immerhin lohnen kann. Letztlich kann ja doch jede/r ihre bzw. seine App auch kostenfrei zum Download anbieten.

Ganz unabhängig von den formellen Kriterien gibt es ohnehin auch einen Publikumspreis, der über Online Foren ermittelt werden soll. Wir werden die Links nachliefern, so bald sie bekannt werden.

Zeitplan für den Wettbewerb:

Nachfragen kann man stellen an:

Dr. Wolfgang Both
E-Mail: wolfgang.both@senwtf.berlin.de
Tel.: 030 / 9013 8257
Fax.: 030 / 9013 7478

Projektvorschläge sind schriftlich (!) und per email (an appscontest@senwtf.berlin.de) zu schicken.

Postadresse für die Einsendung per Schneckenpost (zu Händen Herr Both):

Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen
Landesinitiative Projekt Zukunft / Referat für Kommunikation, Medien, Kulturwirtschaft
Martin-Luther-Str. 105
10825 Berlin

Der Wettbewerb wird von vielen Partnern aus der Region unterstützt.

Transparenzklausel: die Autorin ist Mitarbeiterin von Microsoft Deutschland. Das Unternehmen unterstützt den Apps 4 Berlin Wettbewerb. Die Autorin ist außerdem Mitglied der Jury.

Eingereicht von auf 15. September 2010Kein Kommentar | 7.251 Aufrufe

Kein Kommentar »

Schreibe einen Kommentar!

Schreibe deinen Kommentar unten oder sende einen Trackback von deiner Website. Du kannst auch diese Kommentare abonnieren per RSS.

Sei nett und freundlich. Bleibe beim Thema. Bitte kein Spam.

Du kannst diese Tags zur Formatierung verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Dieses Weblog nutzt Gravatare, um seinen Lesern ein Gesicht zu geben. Gravatar.