Feature »

Nationaler Aktionsplan Open Data: Bericht vom Meilenstein-Workshop

1. Februar 2015 – 13:31 | Kein Kommentar | 10.995 Aufrufe

Die Bundesregierung hat im Juni 2013 die Open Data Charta der G8 unterzeichnet und sich damit zu konkreten Handlungsschritten verpflichtet. Mit einiger Verspätung wurde nun ein Aktionsplan Open Data unter Federführung des BMI entworfen, der diese …

Weiterlesen »
Interviews

Interviews mit Protagonisten aus den Bereichen Open Government, Open Data, Transparenz, Partizipation, Verwaltungsmodernisierung…

Gastbeiträge

Gastbeiträge von Autoren aus der Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Community

Debatte

Kontroverses und Aktuelles – Debattenbeiträge zu den Themen Open Government, Open Data, Transparenz und Partizipation

Veranstaltungen

Terminhinweise zu und Berichte von Veranstaltungen, Kongressen, Hackdays, BarCamps…

Praxis

Bürgerhaushalte, Konsultationen oder Datenvisualisierung – gute Beispiele zeigen, wie es funktionieren kann

Start » Interviews, Veranstaltungen

1. Global Government Jam – Workshop in Berlin


Vom 5. bis 6. Juni 2013 findet an über 30 Orten weltweit zum ersten Mal das interdisziplinäre Innovationscamp ›Global Government Jam‹ statt. Auch in Berlin kommen Verwaltungsangestellte und PolitikerInnen mit DesignerInnen zusammen, um Innovations- und Designmethoden kennenzulernen und auszuprobieren. Wir sprachen mit Katrin Dribbisch, einer der Mitorganisatorinnen, über die Idee, den Ablauf und die TeilnehmerInnen.

Government 2.0 Netzwerk: Ihr organisiert in Berlin den ersten Gov Jam. Was steckt hinter der Idee und wer soll teilnehmen?

Dribbisch: Der Gov Jam Berlin richtet sich an Verwaltungsangestellte, PolitikerInnen, interessierte BügerInnen und DesignerInnen, die Interesse haben in nur 48 Stunden neue Ideen für Verwaltungsinnovationen zu entwickeln. Hierbei geht es vor allem darum, nutzerzentriert, kollaborativ und interdisziplinär zu arbeiten und Methoden aus dem Design Thinking anzuwenden. Der Gov Jam wurde im letzten Jahr erstmal als Prototyp in Australien ausprobiert. In diesem Jahr findet er an über 30 Orten weltweit zur gleichen Zeit statt.

Government 2.0 Netzwerk: Wie soll der Workshop, der sich immerhin über zwei Tage erstreckt, genau ablaufen und was soll dabei rauskommen?

Dribbisch: Zu Beginn erhalten die TeilnehmerInnen eine bis dato unbekannte Aufgabe. Diese Aufgabe ist für alle Gov Jams weltweit gleich. In kleinen Gruppen erarbeiten die TeilnehmerInnen Konzepte und Serviceideen rund um Fragestellungen aus der Verwaltungspraxis. Hierbei werden sie durch erfahrene Moderatoren unterstützt. Begleitend wird es kurze Impulsvorträge geben, die interessante Einblicke, Praxisbeispiele und Diskussionen zum Thema Service Design, Design Thinking und Innovation bieten. Am Ende der zwei Tage werden die Ergebnisse auf einer Platform im Internet – www.govjam.org – veröffentlicht und sind somit für alle zugänglich.

Government 2.0 Netzwerk: Nachdenken und planen ist das eine, umsetzen das andere. Ist denn geplant, die Ideen im Nachgang auch umzusetzen?

Dribbisch: Wir verstehen den Gov Jam vornehmlich als Weiterbildung. Das Ziel der Veranstaltung ist es, neue Methoden und Arbeitsweisen zu erlernen und auszuprobieren. Diese können dann nach dem Jam in die Arbeitswelten der TeilnehmerInnen mitgenommen werden. Daher geht es nicht vorrangig um die eigentlichen Ideen. Es ist allerdings durchaus möglich, dass während des Gov Jams Ideen entstehen, die das Potential haben, weitergeführt zu werden.

Government 2.0 Netzwerk: An über 30 Orten finden weltweit Gov Jams Anfang Juni statt. Gibt es einen Austausch zwischen den Veranstaltungen?

Dribbisch: Während des Gov Jams werden wir Live-Schaltungen zu einzelnen Jam haben und uns mit ihnen austauschen. Ebenso werden die finalen Präsentationen über einen Live-Stream als Video ausgestrahlt. Die Ergebnisse aller Teams weltweit werden nach dem Jam auf einer Internetplattform veröffentlicht. Somit kann auch nach dem Jam noch ein Austausch stattfinden.

Government 2.0 Netzwerk: Der Gov Jam ist nicht Euer erster Jam, aber der erste mit der Verwaltung. Was glaubt Ihr, was die größten Herausforderungen sein werden? Oder andersherum: Warum sollte ich als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter einer Behörde oder eines Ministeriums denn teilnehmen?

Dribbisch: Ja, wir haben in Berlin bereits 4 Jams veranstaltet. Dabei haben wir festgestellt, dass die TeilnehmerInnen vor allem die außergewöhnliche Arbeitsweise und Arbeitsatmosphäre schätzen. Ein Jam ist im Prinzip eine zweitägige Weiterbildung zum Thema Design Thinking. Im Unterschied zu anderen Formaten folgt ein Jam dem „Learning-by-Doing“-Prinzip. Zusätzlich lernen die Teilnehmer, wie man in interdisziplinären Teams mit Experten aus unterschiedlichsten Gebieten zusammenarbeitet. Das hat einen nachhaltigen Einfluss auf die eigene Arbeitswelt.
Wir sind davon überzeugt, dass MitarbeiterInnen in Behörden eine große Menge an kreativem Potential haben, und wir möchten ihnen dabei helfen, dieses Potential in ihrem Arbeitsumfeld optimal nutzen zu können.

Wer Lust und Zeit hat, kann sich unter http://www.govjamberlin.de/teilnahme/ für den GovJam am 5. und 6. Juni in den Räumen der Hertie School of Governance in Berlin-Mitte anmelden. Am ersten Tag wird von 9-18 Uhr „gejamed“, am zweiten Tag endet die Veranstaltung gegen 16 Uhr.

Eingereicht von auf 21. Mai 2013Ein Kommentar | 4.153 Aufrufe

Ein Kommentar »

  • Hi!

    Thanks for the report!

    You write: „Nachdenken und planen ist das eine, umsetzen das andere.“

    There is also a middle way. GovJam participants – who might be working on any aspect of public service from healthcare to education to internal public sector communications – are *not* asked to produce ideas or concepts.

    Instead, inline with the Jam motto of „DOING, NOT TALKING“ they are challenged to build *prototypes* – so that their ideas become concrete, specific and testable. They might produce draft policy documents, mock-ups or working websites of digital platforms, budgets and project plans for initiatives, or blueprints, advertisements and „tangibles“ for new services.

    Their outputs, then, are not yet implemented, but they are much more than than just „ideas“. The prototypes communicate the idea well, and allow an informed decision on potential further development. (By the way, the pilot GovJam in Canberra produced a simply astounding number of implemented or scoped projects – several directly from the jam itself, and over a dozen more from the contacts which formed at the Jam.)

    Thanks again,

    Adam
    Global Co-Initiator, Nuernberg

    PS Factcheck – the event is called „Global GovJam“, not „Global Government Jam“. In common usage, „Gov“ implies a wider reach over all public sector services, whereas „Government“ implies the „Regierung“ itself. At the GovJam, the primary school teacher or road cleaner is as welcome as the First Minister or the „normal“ citizen.

Schreibe einen Kommentar!

Schreibe deinen Kommentar unten oder sende einen Trackback von deiner Website. Du kannst auch diese Kommentare abonnieren per RSS.

Sei nett und freundlich. Bleibe beim Thema. Bitte kein Spam.

Du kannst diese Tags zur Formatierung verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Dieses Weblog nutzt Gravatare, um seinen Lesern ein Gesicht zu geben. Gravatar.